Mann misst sich seinen Blutdruck mit einem Blutdruck Messgerät
Mann misst sich seinen Blutdruck mit einem Blutdruck Messgerät

Bluthochdruck erkennen, Risiken vermeiden

Hand aufs Herz, wissen Sie aus dem Stand ihren Blutdruck? Und sind die Werte im grünen Bereich? Falls nicht, sind Sie damit nicht allein. Mehr als ein Drittel der Deutschen im Alter zwischen 30 und 79 Jahren leiden an Bluthochdruck.

Qualitätssicherung: Philipp Grätzel von Grätz, Arzt und Medizinjournalist

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Das Wichtigste in Kürze

  • Bluthochdruck beschreibt dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte.
  • Häufig entsteht Bluthochdruck durch mehrere Risikofaktoren, darunter familiäre Veranlagung, Übergewicht, Bewegungsmangel, hoher Salzkonsum, Alkohol, Nikotin und Stress.
  • Bluthochdruck bleibt oft lange unbemerkt. Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit oder Schlafstörungen können mögliche Hinweise sein.
  • Als optimal gelten Werte unter 120/80 mmHg. Bluthochdruck liegt vor, wenn wiederholt Werte von 140/90 mmHg oder höher gemessen werden.
  • Ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung, ausgewogener Ernährung, normalem Körpergewicht und Stressreduktion kann helfen; teils sind zusätzlich Medikamente notwendig.

Was ist Bluthochdruck?

Bluthochdruck (Hypertonie) ist der größte Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Medizinisch wird er unter dem ICD-10-Code I10 klassifiziert und beschreibt einen dauerhaft erhöhten Druck in den Blutgefäßen, wodurch das Herz stärker arbeiten muss, um das Blut durch den Körper zu pumpen.  

Bluthochdruck erhöht das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Auch Nieren und Augen leiden unter zu hohem Blutdruck.    

„Aus ärztlicher Sicht gibt es eine riesige Versorgungslücke, denn jeder Dritte mit Bluthochdruck – bis zu 10 Millionen Menschen in Deutschland – weiß nichts von seiner Veranlagung“, warnt Prof. Dr. med. Markus van der Giet, Internist und Vorstandsvorsitzender der Hochdruckliga. 

Welche Ursachen hat Bluthochdruck?

Bei mindestens 70 bis 80 % der Betroffenen liegt eine primäre arterielle Hypertonie vor. Das bedeutet, dass keine andere Erkrankung den Bluthochdruck verursacht. Stattdessen ist eine Kombination von Risikofaktoren dafür verantwortlich. Dazu gehören: 

  • Familiäre Veranlagung 
  • Übergewicht 
  • Bewegungsmangel 
  • Übermäßiger Salzkonsum 
  • Alkohol und Nikotin 
  • Stress  

Wenn der Bluthochdruck durch eine andere Grunderkrankung ausgelöst wird, sprechen Fachleute von einer sekundären arteriellen Hypertonie. Dazu zählen insbesondere Schlafapnoe sowie hormonelle Störungen der Nebennieren, bei denen blutdrucksteigernde Hormone vermehrt gebildet werden. Wird die zugrunde liegende Erkrankung erfolgreich behandelt, pegelt sich meist auch der Blutdruck wieder auf einen gesunden Wert ein.

Welche Symptome verursacht Bluthochdruck?

Bluthochdruck kann sich über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte entwickeln, ohne spürbare Beschwerden zu verursachen. Gerade das macht ihn so tückisch. Treten jedoch Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, anhaltende Müdigkeit oder Schlafstörungen auf, kann das ein Hinweis auf erhöhte Blutdruckwerte sein. Diese Beschwerden sind sehr unspezifisch und können viele Ursachen haben. Umso wichtiger ist es, sie ärztlich abklären zu lassen und den Blutdruck regelmäßig überprüfen zu lassen.

Blutdruck: Welche Werte sind normal?

Beim Blutdruck werden immer zwei Werte gemessen: Der systolische (obere) Wert zeigt, wie stark das Blut durch die Gefäße gedrückt wird, wenn das Herz schlägt. Der diastolische (untere) Wert zeigt den Druck in den Gefäßen, wenn das Herz gerade kurz pausiert. Als optimal gilt ein Blutdruck unter 120/80 mmHg. 

Laut der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie liegt Bluthochdruck vor, wenn wiederholt Werte von 140/90 mmHg oder höher gemessen werden. Entscheidend ist dabei, dass die erhöhten Werte wiederholt festgestellt werden. Strengeren Grenzwerten zufolge beginnt ein „erhöhter Blutdruck“ bereits bei 120/70 mmHg. Unter Fachleuten ist das allerdings noch umstritten. 

Bluthochdruck senken

Bluthochdruck sollte konsequent behandelt werden. Die Grundlage bildet ein gesunder Lebensstil: regelmäßiger Herzsport (mindestens 150 Minuten pro Woche) eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Fisch. Auch ein normales Körpergewicht und ein möglichst niedriges Stressniveau tragen entscheidend dazu bei, den Blutdruck zu senken, und können auch allgemein zur Herzgesundheit beitragen. Allerdings reichen diese Maßnahmen nicht immer aus. In vielen Fällen sind zusätzlich blutdrucksenkende Medikamente (Antihypertensiva) notwendig, die häufig dauerhaft eingenommen werden müssen.

Ab wann ist Bluthochdruck tödlich?

Gefährlich wird es, wenn stark erhöhte Blutdruckwerte mit Beschwerden einhergehen. Bei Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel, innerer Unruhe oder Herzrasen sollte zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden.  
 
Wichtig ist die Unterscheidung: Ein stark erhöhter Blutdruck ohne Hinweise auf Organschädigung wird als hypertensive Krise bezeichnet. Sie sollte zügig ärztlich abgeklärt werden – zum Beispiel durch einen Besuch in der Arztpraxis oder einen Anruf beim behandelnden Arzt bzw. der behandelnden Ärztin. 

Treten jedoch zusätzlich Warnzeichen wie Brustschmerzen, starke Bauchschmerzen, akute Atemnot oder neurologische Ausfälle (z. B. Lähmungen, Sprachstörungen, Sehstörungen) auf, handelt es sich um einen hypertensiven Notfall. In diesem Fall sollte umgehend der Notruf 112 gewählt werden.  

Prof. Dr. Markus van der Giet ist Herz- und Nierenspezialist an der Charité Berlin und einer der führenden Experten für Bluthochdruck in Deutschland. Er erklärt, warum hoher Blutdruck so oft unbemerkt bleibt und was Betroffene selbst tun können. 
 

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