Senioren liegt auf dem Boden
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Erste Hilfe bei Senioren: Worauf Sie im Notfall achten sollten

Die Grundlagen der Ersten Hilfe gelten auch bei Senioren. Einige Besonderheiten sollten Ersthelfende dennoch kennen: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Stürze, Herzinfarkte und Schlaganfälle. Wer Warnzeichen kennt und schnell handelt, kann Leben retten.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Erste Hilfe bei Senioren: Grundsätzlich gelten die üblichen Sofortmaßnahmen. Altersbedingte Risiken, Vorerkrankungen und Medikamente erfordern jedoch besondere Aufmerksamkeit und schnelles, umsichtiges Handeln. 
  • Wunden und Stürze: Dünne Haut, Blutverdünner und verzögerte Heilung erhöhen Risiken. Gestürzte nicht sofort aufrichten; bei Kopfverletzungen, starken Schmerzen oder fehlender Mobilität den Notruf wählen. 
  • Herzinfarkt: Neben Brustschmerzen können Atemnot, Übelkeit, Schwindel, Schwäche sowie Rücken- oder Oberbauchschmerzen auftreten. Sofort 112 rufen; ohne Atmung unverzüglich mit Herzdruckmassage beginnen. 
  • Schlaganfall: Die FAST-Regel hilft, hängende Mundwinkel, absinkende Arme und Sprachstörungen zu erkennen. Auch plötzliche Verwirrtheit ist ein Warnzeichen. In diesem Fall sofort den Notruf verständigen. 
  • Gut vorbereitet für den Notfall: Regelmäßige Kontakte, ein aktueller Medikamentenplan, Hausnotruf, Aufmerksamkeit bei Hitze und spezielle Erste-Hilfe-Kurse für die richtigen Maßnahmen sorgen für schnelle und gezielte Hilfe im Notfall. 

Schnitt- und Schürfwunden bei Senioren

Schon kleine Schnitt- oder Schürfwunden benötigen im Alter mehr Aufmerksamkeit. Die Haut ist dünner und empfindlicher, außerdem nehmen viele ältere Menschen blutverdünnende Medikamente ein. Für die Erste-Hilfe bei Blutungen und offenen Wunden: Reinigen Sie kleinere Wunden sorgfältig und stillen Sie Blutungen, wenn nötig, durch Druck auf die Wunde. Größere, tiefe oder verschmutzte Wunden sollten ärztlich versorgt werden. Bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen heilen Wunden häufig langsamer. 

Stürze bei älteren Menschen

Stürze gehören zu den häufigsten Notfällen im Alter. Jährlich werden in Deutschland mehr als 400.000 ältere Menschen nach einem Sturz im Krankenhaus behandelt. 

Helfen Sie einer gestürzten Person nicht sofort auf. Sprechen Sie sie an und fragen Sie nach Schmerzen oder einem Stoß gegen den Kopf. Besteht der Verdacht auf Verletzungen von Kopf, Nacken oder Rücken oder kann die Person nicht selbst aufstehen, rufen Sie den Notruf 112. Nach einem Stoß gegen den Kopf oder bei blutverdünnenden Medikamenten sollte auch ein zunächst harmlos wirkender Sturz ärztlich abgeklärt werden.

Erste Hilfe bei Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt äußert sich bei älteren Menschen nicht immer durch starke Brustschmerzen. Häufig stehen Atemnot, Übelkeit, Schwindel oder starke Schwäche im Vordergrund. Auch Beschwerden wie Schmerzen im Oberbauch oder Rücken können auf einen Herzinfarkt hindeuten. Bei Brustschmerzen oder wenn Ihnen etwas komisch vorkommt, wählen Sie sofort die 112 und lassen Sie die betroffene Person nicht allein. Atmet sie nicht, beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage. Der Brustkorb sollte dabei 5–6 Zentimeter tief eingedrückt werden.  

Wenn Sie es sich zutrauen, wechseln Sie 30-mal Drücken mit zwei Beatmungen ab, aber Drücken ist im Zweifel wichtiger. Die Knochen älterer Menschen sind oft brüchiger als die jüngerer. Lassen Sie sich deshalb nicht verunsichern, wenn Sie während der Herzdruckmassage ein Knacken hören oder Rippen brechen. Entscheidend ist, die Herzdruckmassage ohne Unterbrechung fortzusetzen. 

Erste Hilfe beim Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute.  
 
Mit der FAST-Regel lassen sich typische Warnzeichen schnell erkennen: 

  • Face (Gesicht): Hängt ein Mundwinkel herab?  
  • Arms (Arme): Kann die Person beide Arme gleichzeitig nach vorne strecken oder sinkt ein Arm ab?  
  • Speech (Sprache): Spricht sie undeutlich oder findet plötzlich keine Worte?  
  • Time (Zeit): Treten eines oder mehrere dieser Anzeichen auf, wählen Sie sofort die 112.  

Plötzliche Verwirrtheit oder eine deutliche Verhaltensänderung können ebenfalls auf einen Schlaganfall hindeuten. 

Gut vorbereitet für den Notfall

Nicht jeder Notfall lässt sich verhindern. Mit einigen einfachen Vorbereitungen können Sie aber dazu beitragen, dass im Ernstfall schneller Hilfe kommt – für Sie selbst oder für Menschen, die Ihnen nahestehen. 

  • Aufeinander achten: Regelmäßige Anrufe oder Besuche helfen, Notfälle früh zu bemerken. 
  • Medikamentenplan bereitlegen: Dieser hilft dem Rettungsdienst. 
  • Hausnotruf nutzen: Für alleinlebende oder gesundheitlich eingeschränkte Menschen kann er lebensrettend sein. 
  • An heißen Tagen besonders aufmerksam sein: Ältere Menschen bemerken Durst oft später, gleichzeitig reagiert ihr Herzkreislaufsystem empfindlicher auf hohe Temperaturen.  
  • Wissen auffrischen: Hilfsorganisationen bieten Erste-Hilfe-Kurse auch speziell für ältere Menschen oder pflegende Angehörige an. 

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