Diabetes Typ 2 Insulin Pen hanede closeup
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Diabetes Typ 2: Was die Diagnose bedeutet

Typ-2-Diabetes beginnt oft unbemerkt und schleichend, kann aber auf Dauer Gefäße, Nerven, Augen und Nieren unwiederruflich schädigen. Doch wer Symptome und Risikofaktoren kennt, kann früh gegensteuern. Erfahren Sie mehr über Warnzeichen, Behandlung und die Chance auf Remission.

Qualitätssicherung: Philipp Grätzel von Grätz, Arzt und Medizinjournalist

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Das Wichtigste in Kürze

  • Typ-2-Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der Körperzellen schlechter auf Insulin reagieren und die Bauchspeicheldrüse den erhöhten Insulinbedarf mit der Zeit oft nicht mehr ausgleichen kann.  
  • Mögliche Symptome sind starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, Leistungsknick, trockene Haut, schlecht heilende Wunden, wiederkehrende Infektionen, Konzentrationsprobleme und Sehstörungen.  
  • Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem familiäre Veranlagung, höheres Alter, Übergewicht, Bewegungsmangel, unausgewogene Ernährung, Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und bestimmte Medikamente.  
  • Regelmäßige Bewegung, das Vermeiden oder Abbauen von Übergewicht und eine ausgewogene Ernährung können das persönliche Risiko senken und sind auch Bestandteil der Behandlung.  
  • Typ-2-Diabetes ist normalerweise nicht dauerhaft heilbar, doch eine Remission mit gesunden Blutzuckerwerten ist möglich; regelmäßige Kontrollen bleiben notwendig, da die Erkrankung wieder auftreten kann. 

Was ist Diabetes Typ 2?

Diabetes mellitus Typ 2 ist eine Stoffwechselerkrankung, die meist erst in der zweiten Lebenshälfte auftritt. Inzwischen betrifft sie aber auch immer mehr jüngere Erwachsene, vereinzelt sogar Jugendliche. Bei Typ-2-Diabetes reagieren die Körperzellen schlechter auf das Hormon Insulin. Das bedeutet: Der Zucker aus dem Blut gelangt nicht mehr so gut in die Zellen. Gleichzeitig kann die Bauchspeicheldrüse mit der Zeit oft nicht mehr genug Insulin bilden, um den erhöhten Bedarf auszugleichen. Die Folge: Zucker bleibt vermehrt im Blut, der Blutzuckerspiegel steigt. 

„Bei Typ-2-Diabetes ist meist nicht von Anfang an zu wenig Insulin da“, sagt Prof. Baptist Gallwitz, Pressesprecher der Deutschen Diabetes Gesellschaft. „Das Problem ist zunächst vor allem, dass das vorhandene Insulin im Körper nicht mehr gut genug wirkt.“  

Was unterscheidet Typ-2-Diabetes von Typ-1-Diabetes?

Der entscheidende Unterschied zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes liegt darin, wie der Insulinmangel entsteht: Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, die häufig schon im Kindes- und Jugendalter beginnt. Dabei zerstört das Immunsystem die insulinbildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Deshalb entsteht hier tatsächlich früh ein Insulinmangel. 

Im ICD-10-GM, der in Deutschland verwendeten Diagnoseklassifikation, wird Typ-2-Diabetes unter E11.- codiert.

Diese Symptome kann Diabetes Typ 2 verursachen

Typ-2-Diabetes entwickelt sich oft langsam. Deshalb bemerken viele Betroffene lange nichts oder bringen die Beschwerden zunächst nicht mit Diabetes in Verbindung. Mögliche Anzeichen sind starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, Leistungsknick, trockene Haut, schlecht heilende Wunden oder wiederkehrende Infektionen, etwa an Haut, Blase oder Genitalbereich. 

„Das Tückische am Typ-2-Diabetes ist, dass er über Jahre unauffällig bleiben und dabei bereits Schäden anrichten kann“, sagt Gallwitz. „Umso wichtiger ist es, frühe Hinweise wie erhöhte Blutzuckerwerte ernst zu nehmen und bei Risikofaktoren den Blutzucker kontrollieren zu lassen.“ 
 

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Diese Symptome kann Diabetes Typ 2 verursachen

1.

Starker Durst

Wenn viel Zucker im Blut ist, versucht der Körper, ihn über den Urin auszuscheiden – dadurch kann der Durst zunehmen.

2.

Häufiges Wasserlassen

Betroffene müssen oft deutlich häufiger zur Toilette, auch nachts.

3.

Müdigkeit und Schwäche

Der Körper kann den Zucker im Blut nicht mehr ausreichend in Energie für die Zellen umwandeln.

4.

Konzentrationsprobleme

Manche Menschen fühlen sich antriebslos, weniger leistungsfähig oder ungewöhnlich vergesslich.

5.

Sehstörungen

Erhöhte Blutzuckerwerte können vorübergehend die Sehschärfe verändern.

Die Ursachen von Diabetes Typ 2

Typ-2-Diabetes entsteht meist nicht durch einen einzelnen Auslöser. Häufig kommen mehrere Faktoren zusammen: eine erbliche Veranlagung, höheres Lebensalter, Übergewicht, Bewegungsmangel und eine Ernährung, bei der dauerhaft mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht werden, insbesondere Kohlenhydrate. Auch Schlafmangel, Stress oder bestimmte Medikamente können das Risiko erhöhen.  

Im Mittelpunkt steht oft eine sogenannte Insulinresistenz. Das bedeutet: Die Körperzellen reagieren schlechter auf Insulin. Die Bauchspeicheldrüse versucht zunächst gegenzusteuern und produziert mehr davon. Mit der Zeit kann sie diesen Mehrbedarf aber oft nicht mehr ausgleichen. Dann bleibt der Blutzucker dauerhaft erhöht. 

Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes

Diabetologe Gallwitz betont: „Ob man Typ-2-Diabetes bekommt oder nicht, ist keine reine Frage von Disziplin oder Willenskraft beim Lebensstil. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen – einige davon kann man beeinflussen, andere nicht.“ 

Erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes bei: 

  • familiärer Veranlagung 
  • höherem Alter 
  • Übergewicht 
  • Bewegungsmangel 
  • unausgewogener Ernährung 
  • Rauchen 
  • Bluthochdruck  
  • erhöhten Blutfettwerten.  
  • früherer Schwangerschaftsdiabetes  
  • bestimmten Medikamenten, etwa Kortison 

Wie kann ich Typ-2-Diabetes vorbeugen?

Einige Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes lassen sich beeinflussen: Wer sich regelmäßig bewegt, Übergewicht abbaut oder vermeidet und auf eine ausgewogene Ernährung achtet, kann sein persönliches Risiko senken – auch wenn sich nicht jeder Risikofaktor, etwa die erbliche Veranlagung, verändern lässt. 

„Vorbeugung bedeutet nicht, von heute auf morgen perfekt zu leben“, sagt Diabetesexperte Baptist Gallwitz. „Entscheidend sind Gewohnheiten, die man langfristig durchhält – zum Beispiel mehr Bewegung im Alltag und eine Ernährung, die nicht dauerhaft zu viele Kalorien liefert.“  

Leben mit Diabetes Typ 2

Mit Typ-2-Diabetes lässt sich oft lange gut leben – wichtig ist aber, dass der Blutzucker dauerhaft gut eingestellt wird. Außerdem müssen Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörung konsequent behandelt werden. Sonst können Folgeerkrankungen entstehen, etwa an Herz und Gefäßen, Nieren, Augen, Nerven oder Füßen. Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall kann ebenfalls steigen. 

Therapeutisch lässt sich viel tun, um den Blutzuckerwert gut einzustellen: zunächst mit Lebensstiländerungen, dann mit blutzuckersenkenden Medikamenten und, wenn nötig, auch mit Insulin. „Wenn Typ-2-Diabetes gut behandelt wird und wichtige Risikofaktoren im Zielbereich liegen, kann die Lebenserwartung nahe an die von Menschen ohne Diabetes heranreichen“, sagt Gallwitz. 
 

Lässt sich Diabetes Typ 2 heilen?

Typ-2-Diabetes lässt sich normalerweise nicht vollständig dauerhaft heilen. Es ist aber möglich, die Blutzuckerwerte wieder in den gesunden Bereich zu bringen – manchmal sogar ohne Medikamente. Fachleute sprechen dann von einer Remission.  

Wichtig bleibt auch dann, die Blutzuckerwerte regelmäßig kontrollieren zu lassen. Denn Typ-2-Diabetes kann wieder auftreten, wenn sich Stoffwechsel oder Gewicht erneut ungünstig entwickeln. 

Prof. Dr. Baptist Gallwitz ist Diabetologe, Pressesprecher der Deutschen Diabetes Gesellschaft und Mitherausgeber des Standardlehrbuchs „Diabetologie in Klinik und Praxis“. Er war von 2006 bis Ende 2023 stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik IV an der Universität Tübingen.
 

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