Frau steht auf einer Steinklippe uns schaut nach unten
Frau steht auf einer Steinklippe uns schaut nach unten

Höhenangst – wie werde ich sie los?

Herzrasen, Schwindel, der starke Drang, sich festzuklammern: Viele kennen diese Symptome beim Blick aus großer Höhe, manche schon beim Stehen auf einem Stuhl. Höhenangst (Akrophobie) kann den Alltag stark einschränken. Doch was steckt dahinter?

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Das wichtigste in Kürze

  • Höhenangst ist mehr als normaler Respekt vor Höhe: Wird die Angst unverhältnismäßig stark und schränkt Alltagssituationen ein, kann eine Akrophobie vorliegen.

  • Ursache ist oft ein Zusammenspiel aus natürlicher Schutzreaktion, fehlenden Orientierungspunkten und gestörter Sinneswahrnehmung in der Höhe, wodurch Unsicherheit, Schwindel und starke Angst entstehen können.

  • Typische Symptome sind Herzrasen, Zittern, Schwitzen, Schwindel und im Extremfall Panikattacken, wobei meist nicht die Höhe selbst, sondern die Angst vor einem Sturz im Mittelpunkt steht.

  • In akuten Situationen können einfache Strategien helfen, etwa der Blick auf nahe, stabile Objekte, kurze Pausen, festes Abstützen oder kleine Denkaufgaben zur bewussten Ablenkung.

  • Höhenangst lässt sich in vielen Fällen erfolgreich behandeln, vor allem mit Verhaltenstherapie, bei der Betroffene sich der Angst schrittweise und professionell begleitet annähern. 

Welche Ursachen hat Akrophobie?

Höhenangst ist eigentlich etwas ganz Natürliches: Unser Gehirn will uns schützen und reagiert in der Höhe besonders wachsam. Problematisch wird es, wenn die Sinne nicht mehr richtig zusammenspielen. Weil in großer Höhe oft die Orientierungspunkte fehlen, gerät das Gleichgewicht durcheinander und wir fühlen uns unsicher oder schwindelig. Wie stark das ausgeprägt ist, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängt auch davon ab, welche Erfahrungen wir gemacht haben.

Was passiert bei Höhenangst im Körper?

Bei Höhenangst wird in der Amygdala, im Temporallappen des Gehirns, Gefahr registriert – das sympathische Nervensystem springt an. Der Körper schaltet in den „Kampf-oder-Flucht“-Modus – Stresshormone werden ausgeschüttet, der Herzschlag beschleunigt sich, die Muskeln spannen sich an. So wird der Körper in Sekundenbruchteilen leistungsbereit gemacht, auch wenn oft gar keine reale Gefahr besteht. 

Symptome – wie äußert sich Höhenangst?

„Vor Angst erstarrt sein“ – so fühlt sich Höhenangst in ihrer extremen Form an. In schweren Fällen kann es zu Panikattacken kommen. Auslöser ist meist nicht die Höhe selbst, sondern die Angst vor einem möglichen Sturz. Die Symptome verschlimmern diese Furcht – ein Teufelskreis, der sich mit zunehmender Höhe verstärkt. Typisch sind: 

  • Schwindel  
  • Herzrasen  
  • Schwitzen  
  • Zittern  
  • Panikgefühl 

Höhenangst überwinden

In akuten Angstsituationen können einfache Maßnahmen helfen: den Blick auf stabile, nahe Objekte wie ein Geländer oder den Horizont richten, um das Gleichgewicht zu stabilisieren. Nicht nach unten schauen. Pausen beim Gehen machen, sich hinsetzen oder hinlegen, sich an etwas festhalten. Auch die Ablenkung durch eine kognitive Aufgabe kann die Angst reduzieren, zum Beispiel alle Blumennamen aufzählen, die einem einfallen. Wer (zum Beispiel im Gebirge) Begleitung hat: Reden hilft teilweise sehr, ähnlich wie bei anderen Panikerkrankungen. Eine andere Möglichkeit ist bewusstes Atmen, etwa die 4-7-8-Atmung (4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden halten, 8 Sekunden ausatmen). Auch das wird bei anderen Panikerkrankungen ebenso empfohlen. 

Wie lässt sich Höhenangst therapieren?

Höhenangst lässt sich teilweise behandeln, meist mit einer speziellen Form der Verhaltenstherapie („Expositionstherapie“). Dabei geht es vor allem darum, ähnlich wie bei der Spinnenphobie, sich der Angst ganz behutsam zu stellen: Schritt für Schritt und gut begleitet durch eine Psychologin oder einen Psychologen. So kann das Gehirn lernen, dass die Situation gar nicht so gefährlich ist, wie sie sich anfühlt. Es gibt auch Virtual-Reality-basierte Trainings. All das hat aber Grenzen, oft ist es einfacher, die auslösenden Situationen zu meiden. 

Manchmal unterstützen auch Medikamente die Therapie. Interessant: Das Stresshormon Cortisol kann den Lerneffekt sogar verstärken. Es hilft dem Gehirn dabei, neue, weniger angstbesetzte Erfahrungen besser zu speichern. Das wird gelegentlich therapeutisch genutzt. Beruhigende Medikamente werden manchmal eingesetzt, sie sollten aber nicht ohne ärztliche Empfehlung genommen werden. Insbesondere haben Beruhigungsmittel nichts zu suchen bei Höhenangst im Gebirge. Auch Alkohol ist da keine gute Idee. 

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