1105102010
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Kreativitätsbooster Schlaf

Bis heute gehören „Schlafen“ oder „Nichtstun“ nicht unbedingt zu den Beschäftigungen, auf die man stolz sein darf. Das könnte sich bald ändern.

Autor: zone35

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Und was machst du so? Ähm... “Ich schlafe viel“? Viel besser klingt: „Ich finde kreative Lösungen für komplexe Probleme.“ Genau das tust du nämlich, wenn du dir Auszeiten gönnst und gut schläfst.

Kreativität gilt als DIE Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts. Ob es um neue Wege beim Klima- und Umweltschutz geht, um nachhaltiges Wirtschaften oder Mobilität: Innovative Ideen und kreative Problemlösungskompetenz sind gefragt. Nicht nur im Job. Auch im Privatleben können wir die Superkraft, die Menschen schon immer geholfen hat, mit neuen Situationen umzugehen, gut gebrauchen. Doch was hilft dem Gehirn, kreative Lösungen und Ideen für das eigene Leben oder zum Nutzen aller zu entwickeln?

Schlaf mal drüber

Es gibt verschiedene, populäre Techniken und Methoden zur Kreativitätsförderung wie Design Thinking, Canvas-Techniken oder Bücher bzw. Seminare á la „Entdecke deine schöpferische Kraft“. Voraussetzung für kreatives Denken ist jedoch zunächst vor allem eins: Ruhe im Kopf. Schlaf – als tiefer Ruhepol – fungiert dabei sozusagen als Geburtshelfer kreativer Ideen und origineller Problemlösungen. Im Schlaf ist unser Gehirn hochaktiv – es schickt unsere Gedanken auf die Reise, sammelt Ideen, denkt Situationen neu und weiter, und knüpft neue, gedankliche Netze.

Überhaupt kommen gute Ideen häufig in stillen Momenten, dann, wenn das Bewusstsein ausgeschaltet oder gerade mit etwas anderem beschäftigt ist, etwa beim Duschen, Kochen, während eines Spazierganges oder wenn wir tagträumen. Ideen und Eingebungen werden dann weniger streng bewertet, Assoziationen können freier fließen. 

Wie können wir uns das zunutze machen?

Gedanklich loslassen statt verbissen dranbleiben: Gönne dir und deinem Gehirn die Erholung, die für produktives Arbeiten und für kreatives Denken nötig ist. Guter Schlaf ist essentiell, um neue, kreative Ideen hervorzubringen. Welche Schlafstadien und -prozesse in welcher Weise welche kreativen Prozesse fördern, wird dabei eine wesentliche Aufgabe zukünftiger Forschung in diesem Bereich sein. Bereits klar ist jedoch: Wir können mit vergleichsweise wenig Schlaf und Erholung auskommen, aber das hat langfristig tiefgreifende Auswirkungen auf unsere kognitiven Fähigkeiten, unsere mentale Balance und Leistungsfähigkeit.

Neues Denken

Während die Einen noch damit prahlen, mit wenig Schlaf auszukommen, propagieren andere bereits den Acht-Stunden-Schlaf, um ihre Kreativität und Resilienz („psychische Widerstandsfähigkeit“) zu steigern. Schlaf hat das Potential zum Trendfaktor, dem „next hot thing“ nach Yoga und gesunder Ernährung. „Da kann ich nicht, da bin ich im Tiefschlaf“, könnte es dann öfter heißen. Gut so! Denn wer weiß, welche bahnbrechenden Innovationen noch auf uns warten, wenn wir Körper und Geist genug Zeit zur Erholung geben?