Eine Mann in einer Hautkrebsuntersuchung durch einen Arzt mit Lupe
Eine Mann in einer Hautkrebsuntersuchung durch einen Arzt mit Lupe

Hautkrebs: Erkennung, Symptome, Behandlung und Schutz

Leberflecke oder Muttermale sind meist harmlos. Verändern sie sich jedoch, kann Hautkrebs dahinterstecken. Besonders der schwarze Hautkrebs ist gefährlich. Regelmäßige Hautuntersuchungen können daher lebensrettend sein.

Qualitätssicherung: Philipp Grätzel von Grätz, Arzt und Medizinjournalist

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Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist Hautkrebs? Hautkrebs entsteht durch unkontrolliertes Wachstum von Hautzellen. Man unterscheidet schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom, selten, aber gefährlich) und weißen Hautkrebs (Basaliom, Plattenepithelkarzinom).
  • Welche Symptome gibt es bei Hautkrebs? Im Frühstadium meist ohne Beschwerden. Typisch sind zunächst Hautveränderungen; Juckreiz, Schmerzen oder Blutungen treten häufig erst in späteren Stadien auf.
  • Erkennung: Melanome zeigen sich oft als neuer oder veränderter Pigmentfleck mit unregelmäßiger Form, unscharfen Rändern und mehreren Farbtönen. Weißer Hautkrebs wirkt z. B. knötchenartig, schuppig oder nicht heilend.
  • Kontrolle: Zusätzlich hilft regelmäßige Selbstkontrolle nach der ABCDE-Regel, wobei vor allem neue oder sich verändernde Merkmale entscheidend sind. Ab 35 wird alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening empfohlen.
  • Ursachen, Behandlung und Schutz: Haupt-Risikofaktor ist UV-Strahlung (Sonne, Solarien), besonders Sonnenbrände in der Kindheit. Früh erkannt, reicht oft eine OP; fortgeschritten, sind zusätzliche Medikamente möglich. Vorbeugung: Schatten, Mittagssonne meiden, hoher LSF, keine Solarien.

Hautkrebs: Erkennen und behandeln

Leberflecke oder Muttermale sind meist harmlos. Verändern sie sich jedoch, kann Hautkrebs dahinterstecken. Besonders der schwarze Hautkrebs ist gefährlich. Regelmäßige Hautuntersuchungen können daher lebensrettend sein.

Was ist Hautkrebs?

Hautkrebs entsteht, wenn sich Hautzellen unkontrolliert vermehren. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Hauptformen: den schwarzen und den weißen Hautkrebs. 

Der schwarze Hautkrebs, medizinisch malignes Melanom (ICD‑C43), ist selten, aber besonders gefährlich. Er kann früh Tochtergeschwülste bilden und sich damit im Körper ausbreiten. „Oft reichen wenige Tumorzellen, um großen Schaden anzurichten“, sagt Prof. Dirk Schadendorf, Direktor der Hautklinik Essen und einer der weltweit führenden Hautkrebs-Experten. Deshalb ist es entscheidend, ihn möglichst früh zu erkennen.

Zum weißen Hautkrebs zählen vor allem das Basalzellkarzinom (Basaliom) und das Plattenepithelkarzinom (ICD‑C44). Das Basaliom wächst meist langsam und bildet in der Regel keine Metastasen. Das Plattenepithelkarzinom verläuft aggressiver, tritt häufiger im höheren Lebensalter auf, wird jedoch oft frühzeitig erkannt. 

Die Zahl für schwarzen und weißen Hautkrebs ist laut der ambulanten Abrechnungsdaten aus 2023 von rund 915.000 Versicherten der hkk Krankenkasse deutlich gestiegen: Von der untersuchten Versichertengruppe waren 0,4 Prozent am malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs) und 1,4 Prozent am hellen Hautkrebs erkrankt. Am bösartigen schwarzen Hautkrebs sind in den vergangenen zehn Jahren rund 14,3 Prozent mehr hkk-Versicherte erkrankt. Beim hellen Hautkrebs (Basalzell- und Stachelzellkrebs) stieg die Zahl der Erkrankungen im gleichen Zeitraum um 12,3 Prozent.

Welche Symptome gibt es bei Hautkrebs?

Hautkrebs ist im Anfangsstadium nahezu symptomfrei. Daher wird er oft nicht bemerkt oder für harmlos gehalten. Erstes Anzeichen sind meist Veränderungen der Haut. Erste Anzeichen sind meist sichtbare Veränderungen der Haut, zum Beispiel neue oder wachsende Muttermale, unregelmäßige Pigmentierungen, Knoten, Schuppen, Rötungen oder offene Stellen, die nicht abheilen. Schmerzen, Juckreiz oder Blutungen treten häufig erst in späteren Stadien auf.

Wie sieht schwarzer und weißer Hautkrebs aus?

Schwarzer Hautkrebs macht sich häufig durch einen neu entstandenen oder sich verändernden Pigmentfleck bemerkbar. Warnzeichen sind eine unregelmäßige Form, unscharfe Begrenzungen und unterschiedliche Farbtöne innerhalb eines Flecks.

Weißer Hautkrebs kann ganz unterschiedlich aussehen. Ein Basaliom zeigt sich oft als kleines, hautfarbenes oder leicht glänzendes Knötchen. Ein Plattenepithelkarzinom wirkt dagegen meist rau, schuppig oder verkrustet. Typisch ist, dass die betroffene Hautstelle über längere Zeit bestehen bleibt und nicht von selbst abheilt.

Wie erkenne ich Hautkrebs und Vorstufen wie aktinische Keratose frühzeitig?

Um Hautkrebs frühzeitig zu erkennen, lohnt es sich, auf Veränderungen von Muttermalen oder Pigmentflecken zu achten. Nicht jeder Leberfleck ist gefährlich: Ein 6 mm großer oder zweifarbiger Leberfleck, der schon seit 20 Jahren besteht, ist meist harmlos. Entscheidend ist, ob sich etwas verändert oder auffällig wirkt. Hier hilft das ABCDE-System als Orientierung:

Asymmetrie: Ungleiche Form 

Begrenzung: Unscharfe Ränder oder Ausläufer 

Color: Unterschiedliche Farben 

Durchmesser: eine Größe von über 5mm 

Erhabenheit/Entwicklung: Muttermale, die erhaben sind oder sich verändern

Was sind die häufigsten Ursachen von Hautkrebs?

Der wichtigste Risikofaktor für Hautkrebs ist ultraviolette (UV-)Strahlung. Sie kommt nicht nur von der Sonne, sondern auch aus Solarien. Besonders problematisch sind wiederholte Sonnenbrände, vor allem in der Kindheit. „Die Haut vergisst nichts", sagt Schadendorf. „Die meisten Fälle, die wir heute sehen, gehen auf Sonnenbrände aus der Kindheit zurück – als noch kaum jemand an Sonnenschutz dachte.“ Dabei entstehen dauerhafte Schäden in den Hautzellen, die das Hautkrebsrisiko deutlich erhöhen.

Aber auch persönliche Faktoren zählen: Menschen mit sehr heller Haut, vielen Pigmentmalen oder wenn nahe Verwandte bereits an Hautkrebs erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens daran zu erkranken.

Wie lässt sich Hautkrebs behandeln?

Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Wird er im Frühstadium entdeckt, reicht meist ein kleiner operativer Eingriff aus. Anschließend sind insbesondere beim schwarzen Hautkrebs regelmäßige, anfangs engmaschige Nachuntersuchungen beim Hautarzt vorgesehen, um neue Hautveränderungen frühzeitig zu erkennen. Natürlich muss auch die Wundheilung kontrolliert werden. 

Hat sich der Hautkrebs hingegen bereits im Körper ausgebreitet, wird die Behandlung aufwendiger. Dann kommen zusätzlich Medikamente zum Einsatz, etwa Immuntherapien oder zielgerichtete Wirkstoffe, die das Tumorwachstum bremsen sollen.

Wie schütze ich mich vor Hautkrebs?

Wer Hautkrebs vorbeugen will, sollte der prallen Sonne möglichst aus dem Weg gehen, vor allem im Sommer zur Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr. Der beste Schutz ist oft ganz simpel: Schatten. Er kann die UV-Strahlung um 50 bis 95 Prozent reduzieren. „Wenn man Kinder konsequent aus der Sonne raushält, entwickeln sie seltener Hautkrebs", erklärt Schadendorf. 

Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist ebenfalls sehr wichtig. Sie wirkt einer Schädigung der Erbsubstanz in den Hautzellen durch UV-Licht entgegen. Solche DNA-Schäden sind ein wichtiger Schritt bei der Krebsentstehung. Wie stark Sonnencreme tatsächlich vor Hautkrebs schützt, ist wissenschaftlich bislang nicht eindeutig geklärt. Klar ist aber: Sie reduziert das Risiko, und klar ist auch: Solarien erhöhen das Risiko – darauf sollte man besser ganz verzichten. 

Ab dem Alter von 35 Jahren gibt es alle zwei Jahre ein kostenloses Hautkrebs-Screening. „Es ist sinnvoll, wird aber noch zu wenig genutzt. Nur rund 30 Prozent der Menschen gehen hin", erklärt der Experte. Mehr Informationen gibt es hier: Hautkrebs-Screening - hkk

Zusätzlich ist es sinnvoll, die Haut regelmäßig selbst zu beobachten. Zur Orientierung dient die sogenannte ABCDE-Regel. 

Prof. Dr. Dirk Schadendorf zählt zu den prägenden Köpfen der Hautkrebsforschung. Am Universitätsklinikum Essen leitet er die Dermatologie und das Westdeutsche Tumorzentrum. Sein Fokus liegt auf neuen Therapien gegen das Melanom und andere Hautkrebsarten.

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