Eine Frau macht in der Natur Tai Chi.
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Tai Chi: Warum die sanfte Bewegungskunst so gesund ist

Kaum eine Bewegungsform verbindet Körper und Geist so harmonisch wie Tai Chi. Die fließenden Bewegungen stärken Muskeln und Balance und bringen Ruhe in den Kopf. Weiterer Bonus: Tai Chi ist für jedes Alter und Fitnesslevel geeignet

Qualitätssicherung: Philipp Grätzel von Grätz, Arzt und Medizinjournalist

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Das wichtigste in Kürze

  • Tai Chi ist eine sanfte chinesische Bewegungskunst, bei der fließende Bewegungen, Atmung und Achtsamkeit verbunden werden.  
  • Im Unterschied zu Qigong bewegt man sich beim Tai Chi durch den Raum; beide Methoden verfolgen das Ziel, Körper, Geist und Lebensenergie in Einklang zu bringen.  
  • Regelmäßiges Tai Chi kann Stress reduzieren, den Blutdruck positiv beeinflussen und durch langsame, kontrollierte Bewegungen das Nervensystem beruhigen.  
  • Tai-Chi-Übungen fördern Beweglichkeit, Koordination und Muskulatur, schonen die Gelenke und können bei Rückenschmerzen oder chronischen Schmerzerkrankungen unterstützend wirken.  
  • Tai Chi eignet sich für nahezu jedes Alter und Fitnesslevel; bereits wenige, regelmäßige Einheiten können positive Effekte erzielen. 

Was ist Tai Chi – und woher kommt die Sportart?

Taijiquan, meist als Tai Chi bekannt, ist eine sanfte Bewegungsform aus China, die Körper und Geist verbindet. Dabei nimmt man verschiedene Haltungen ein, die fließend und wie in Zeitlupe ineinander übergehen. Eine verwandte Qigong-Form sind die 18 harmonischen Übungen des Taiji-Qigong Shibashi. Da die Bewegungen an Kampfsport erinnern, wird Tai Chi auch Schattenboxen genannt. 

Tai Chi entstand im 17. Jahrhundert in China und vereint Elemente aus Kampfkünsten, Philosophie (Yin-Yang) und traditioneller chinesischer Medizin. In der heutigen Form steht die harmonische Verbindung von Bewegung, Atmung und Achtsamkeit im Vordergrund. Oft wird es als „Meditation in Bewegung“ bezeichnet. 

Was ist der Unterschied zwischen Tai Chi und QiGong?

Tai Chi und Qigong werden häufig in einem Atemzug genannt, unterscheiden sich aber in ihrer Bewegungspraxis: Während man die Übungen des Qigong meist im Stehen ausführt, bewegt man sich beim Tai Chi in der Regel durch den Raum. Beide Bewegungsformen zielen darauf ab, die Lebensenergie, chinesisch „Qi“, zu stärken.

Für wen ist Tai Chi geeignet?

Tai Chi kennt keine Altersgrenze und ist für Menschen ganz unterschiedlicher Fitnesslevel geeignet. Menschen mit Gelenkproblemen finden in Tai Chi eine gelenkschonende, sanfte Art der Bewegung, die Kraft, Koordination und Beweglichkeit fördert. Sportlerinnen und Sportler nutzen das Schattenboxen als Ausgleich zu intensiveren Trainingseinheiten. Seniorinnen und Senioren können mit der sanften und sicheren Sportart Kraft und Beweglichkeit fördern. Auch Übungen im Sitzen sind möglich, sodass Tai Chi an unterschiedliche körperliche Voraussetzungen angepasst werden kann.  

Mehr als Entspannung: die gesundheitlichen Vorteile von Tai Chi

Wer Tai Chi übt, tut seinem Körper ebenso wie seiner Seele nachweislich etwas Gutes: Eine Studie aus dem Jahr 2024, veröffentlicht in JAMA Network Open, untersuchte 342 Menschen mit erhöhtem Blutdruck. Das Ergebnis: Nach zwölf Monaten senkte Tai Chi den oberen Blutdruckwert im Schnitt um 7 mmHg. Damit war die Wirkung stärker als bei aeroben Aktivitäten wie Walking oder Radfahren. Aus diesem Grund übernehmen Krankenkassen oft auch anteilig die Kosten für qualitätsgeprüfte Tai-Chi-Kurse. 

Gut für die Seele: Tai Chi kann beim Stressabbau helfen

Die langsamen, fließenden Bewegungen wirken entspannend. Die Konzentration auf den Körper bringt die Gedanken zur Ruhe. 

  • Die tiefe Atmung aktiviert das parasympathische Nervensystem, also den Teil des Nervensystems, der für Beruhigung und Entspannung mitverantwortlich ist.  
  • Wer regelmäßig Tai Chi praktiziert, reduziert Stressgefühle. 
  • Tai Chi senkt den Blutdruck sogar effektiver als andere moderate körperliche Betätigungen wie Walking oder Radfahren bei gleicher Belastungsintensität. 

Gut für den Körper: für starke Muskeln und gegen Schmerzen

Obwohl die Bewegungen so sanft sind, stärken sie die Muskulatur, kräftigen die Sehnen und verbessern das Körpergefühl:  

  • Tai Chi fördert die Beweglichkeit und Koordination, ohne die Gelenke zu belasten. 
  • Rückenschmerzen können gelindert werden. 
  • Tai Chi kann bei Schmerzerkrankungen wie Fibromyalgie die Schmerzen reduzieren. 

Wie oft sollte man Tai Chi üben?

Verschiedene Studien zeigen, dass Tai Chi Stress reduzieren kann. Eine allgemeingültige Empfehlung, wie oft und wie lange man dafür trainieren sollte, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. In der zuvor im Artikel genannten Studie zum Blutdruck trainierten die Teilnehmenden über einen Zeitraum von zwölf Monaten viermal pro Woche. Eine Einheit bestand aus 40 Minuten Tai Chi sowie jeweils 10 Minuten Aufwärmen und 10 Minuten Entspannung.

Tai Chi: Einstieg leicht gemacht

Tai Chi Kurse werden in allen Fitness-Centern und auch von den Krankenkassen angeboten. Um die sanfte Bewegungsform zu lernen, ist ein Präsenzkurs ideal. Mit ein wenig Training kann man die Übungen auch leicht in Eigenregie zuhause durchführen.  

Viel Ausrüstung braucht es dafür nicht: Bequeme Kleidung und rutschfeste Schuhe oder einfach barfuß reichen in der Regel aus.

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