

Zwiebel: scharf heilen
Ob herzhaft angebraten oder fein gehackt im Salat: Zwiebeln sind fester Bestandteil vieler heimischer Speisen. Doch das Gemüse schmeckt nicht nur gut, es hat auch eine Heilwirkung.
Lesezeit: / veröffentlicht:
Egal ob rot oder weiß, ob als Schalotte oder Lauchzwiebel: Kaum ein anderes Gemüse kommt in unserer Küche so häufig zum Einsatz wie die Zwiebel. Mal nutzen wir ihren scharfen Geschmack, um Salaten eine kräftige Note zu geben. Mal wird das Gemüse glasig gebraten, um eine würzige Grundlage für Suppen, Fleisch- oder Gemüsegerichte zu bilden.
Scharf und keimtötend
Dabei kann die Zwiebel mehr, als „nur“ unsere Speisen geschmacklich abzurunden. Das weiß jeder, der schon einmal eine Zwiebel geschnitten hat. Denn häufig ist der Saft, der dabei aus dem Gemüse heraustritt so scharf, dass einem zwangsläufig die Tränen kommen. Doch genau diese Schärfe können wir für unsere Gesundheit nutzen. Denn verantwortlich dafür ist die keimtötende Substanz Allicin.
Ebenso wie der Knoblauch und Lauch enthalten Zwiebeln reichlich Sulfide, die für den intensiven Geruch und die Schärfe verantwortlich sind. Die Schwefelverbindungen werden seit langer Zeit in wissenschaftlichen Untersuchungen auf ihre positiven Auswirkungen getestet. Dabei konnte etwa eine antibakterielle Wirkung der Sulfide festgestellt werden, die besonders für die Funktion als Hausmittel von Vorteil ist.
Gutes und günstiges Hausmittel
Eine weitere Eigenschaft, die die Zwiebel als altbewährtes Hausmittel auszeichnet, ist die leichte Verfügbarkeit und der günstige Preis. Gegenüber pharmazeutischen Mitteln – oft mit selbigen Wirkstoffen – ist die Zwiebel eine natürliche Alternative, die zwar vergleichbar längere Zeit wirken muss, jedoch frei von chemisch erzeugten Inhaltsstoffen ist.
Zusätzlich enthalten Zwiebeln Senföle, die eine desinfizierende Wirkung haben, sowie viel Vitamin C, B und A sowie die Mineralien Kalium, Kalzium und Magnesium. Dies erklärt, warum die Zwiebel schon seit Jahrhunderten als bewährtes Hausmittel gilt und zur Heilpflanze des Jahres 2015 ernannt wurde. Sie hilft unter anderem bei:
- Husten und Bronchitis: Zwiebeln lösen den zähen Schleim. Bei einer hartnäckigen Bronchitis kann Zwiebeltee das Abhusten erleichtern. Dazu schneidet man eine Zwiebel in Scheiben und lässt sie etwa fünf Minuten in einem halben Liter Wasser köcheln. Den Sud durch ein Sieb abseihen, mit etwas Honig süßen und möglichst heiß trinken. Ein weiteres Rezept: Würfeln Sie eine mittelgroße Zwiebel fein, bestreuen Sie diese mit Zucker. Lassen Sie alles eine Stunde zugedeckt stehen. Den Saft, der sich nach einer Stunde gebildet hat, können Sie als Hustensirup verwenden.
- Verstopfte Nase: Ähnlich wie eine Zwiebel für den Tränenfluss beim Schneiden sorgt, unterstützt sie auch die Selbstreinigung der Nasenschleimhäute: sie lässt fließen. Legen Sie bei verstopfter Nase eine frisch aufgeschnittene Zwiebel auf den Nachttisch. Die Schleimhäute schwellen ab, Sie bekommen leichter Luft.
- Insektenstichen: Wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung bietet sich die Zwiebel auch als Erste Hilfe bei Insektenstichen an. Legen Sie dazu eine frisch angeschnittene Zwiebel auf den Einstich. Das desinfiziert die Einstichstelle, reduziert die Schwellung und lindert den Juckreiz.
Zwiebeln bei Ohrenschmerzen
Besonders bei kleinen Kindern eignen sich Zwiebeln als natürliches Mittel gegen Ohrenschmerzen. Die Schmerzen können gelindert und im günstigsten Fall eine Mittelohrentzündung verhindert werden. In einem kleinen Baumwolltuch werden fein gewürfelte Zwiebeln zusammengeschnürt und leicht erwärmt. Am besten wird das Säckchen ein wenig geknetet oder mit dem Nudelholz bearbeitet, damit die Öle besser austreten. Danach wird das Säckchen ca. 20–30 Minuten auf das betroffene Ohr gelegt. Bei Bedarf wird diese Prozedur zweimal täglich wiederholt. Kleiner Tipp: Zum Fixieren des Säckchens eignen sich elastische Stirnbänder, aber auch Mützen.
Zwiebeln gegen Narben
In der Dermatologie haben sich Wirkstoffe aus der Zwiebel als Inhaltsstoff von Narbenspezifika bewährt. Ob eine Narbensalbe Zwiebelextrakt enthält, erkennen Sie an der Bezeichnung „Extrakt Cepae“ in der Wirkstoffliste, oder Sie fragen Arzt oder Apotheker danach. Zwiebelextrakt lässt sich allerdings auch einfach selbst herstellen.
Trotz der besonderen Wirkung der Zwiebel ersetzen die vorgestellten Methoden keinen Arztbesuch. Bei anhaltenden und akuten Beschwerden empfiehlt es sich immer, einen Arzt bzw. eine Ärztin aufzusuchen.
Zwiebeln in roher Form – scharf heilen
Ob herzhaft angebraten oder roh im Salat: Zwiebeln sind fester Bestandteil vieler heimischer Speisen (mehr dazu in unserer Übersicht: Rohkost-taugliche Gemüsesorten).