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Allergien

Nahrungsmittel­allergien: Milch und Hühnereiweiß

Milch und Hühnereier werden gern als wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung empfohlen. Doch diese Nahrung löst bei einigen Menschen Nahrungsmittelunverträglichkeiten aus. Hier finden Sie Informationen zu dem Thema.

Autor: hkk-Gesundheitsredaktion

Lesezeit: 3 Minuten / veröffentlicht:

Kuhmilchallergie

Bei einer Kuhmilchallergie besteht eine Überempfindlichkeit gegen Milchproteine. Die Kuhmilchallergie ist die häufigste Ursache von Lebensmittelallergien bei Säuglingen und Kleinkindern. Bei Kindern, die nicht oder nur teilweise gestillt werden und in deren Familien vermehrt Allergien vorkommen, besteht ein höheres Risiko, an einer Kuhmilchallergie zu erkranken. Verantwortlich sind bestimmte Eiweiße in der Milch, die im kindlichen Darm nur unzureichend aufgespaltet werden und auf die der Körper allergisch reagieren kann. Die Symptome sind vielfältig und reichen von Durchfall, Erbrechen und Hautausschlag bis hin zu Neurodermitis. Milch sowie Milchprodukte enthalten besonders viel Kalzium. Um bei dem Verzicht einem Nährstoffmangel zuvorzukommen, sollte eine ausführliche Beratung durch einen Facharzt oder bei einer Ernährungsberatung erfolgen. Die wichtigste Funktion von Kalzium im menschlichen Körper ist der Aufbau und Erhalt von Zähnen und Knochen.

Der Umgang mit Milch

Kuhmilch und Kuhmilchprodukte sollten nicht vorbeugend gemieden werden, sondern nur dann, wenn hierfür eine ärztliche Indikation besteht. Der Nachweis einer Kuhmilchallergie ist durch einen Hauttest oder eine Blutanalyse möglich. Hat sich der Verdacht bestätigt, müssen Eltern ihren Säugling künftig unbedingt kuhmilchfrei ernähren. Als Ersatz für Kuhmilch können sogenannte therapeutische Hydrolysate verwendet werden. In diesen Spezialprodukten ist das Eiweiß so stark gespalten, dass es in aller Regel keine Allergien mehr auslösen kann. Hydrolysate erhält man zum Beispiel in Apotheken. Tritt eine Kuhmilchallergie erst im Erwachsenenalter auf, kann man davon ausgehen, dass die Unverträglichkeit dauerhaft anhält. Bei Säuglingen und kleinen Kindern ist es hingegen möglich, dass die Überreaktion des Immunsystems mit der Zeit schwächer wird, so dass sie nach einigen Jahren Milch wieder problemlos vertragen.

Hypoallergene Nahrungsmittel

Durch hypoallergene Nahrungsmittel, die einen reduzierten Allergengehalt vorweisen, kann der Ausbruch einer Allergie eventuell hinausgezögert werden. Sollte eine nachgewiesene Milcheiweiß-Allergie vorliegen, ist eine hypoallergene Milch (HA Milch) jedoch keine Alternative, da auch sie Milcheiweiß enthält.

Milchfreie Ernährung für ältere Kinder und Erwachsene

Wenn eine Kuhmilchallergie vorliegt, sollten ältere Kinder und Erwachsene die Milch aus dem Speiseplan streichen. Um einem Kalziummangel vorzubeugen, sollten bevorzugt kalziumreiche Nahrungsmittel verzehrt werden. Empfehlenswert sind zum Beispiel Sojamilch und andere Sojaprodukte (Sojajoghurt, Sojapudding), sofern keine Sojaunverträglichkeit besteht. Oft kann aber auf eine zusätzliche medikamentöse Kalziumgabe nicht verzichtet werden.

Warum ist eine Laktoseintoleranz keine Allergie?

Bei einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) ist das Enzym Laktase im Körper nicht genügend oder nicht mehr vorhanden. Dadurch kann der Milchzucker im Körper nicht gespalten und nur unzureichend verdaut werden. In diesem Fall ruft der Verzehr von Milchprodukten erhebliche Verdauungsstörungen mit Durchfällen, Übelkeit und Bauchschmerzen hervor.

Die Laktoseintoleranz ist keine Allergie. Im Gegensatz zur Kuhmilchallergie, die mit einer immunologischen Reaktion des Körpers auf die verschiedenen Milcheiweiße einhergeht, liegt bei der Laktoseintoleranz ein Enzymmangel vor. Besteht zusätzlich zu einer Milchzuckerunverträglichkeit eine Milcheiweißallergie, dürfen auch keine laktosefreien Produkte verzehrt werden.

Hühnereiweiß

Eine der häufigsten Nahrungsmittelallergien ist die Hühnereiweiß-Allergie. Sie wird durch Eiweiß- und Eigelb-Allergene hervorgerufen und tritt meist bereits im Säuglingsalter auf. Auch bei „voll gestillten“ Kindern, die selbst noch nie Ei gegessen haben, können in Ausnahmefällen Antikörper gegen Ei im Blut nachgewiesen werden. Die Symptome einer Hühnereiweiß-Allergie betreffen den ganzen Körper und äußern sich oft als Hautreaktionen, Erbrechen, Durchfall oder Atemnot. Bei einem Allergieverdacht sollte ein Arzt aufgesucht werden. Wurde eine Hühnereiweiß-Allergie nachgewiesen, sollte man auf den Verzehr von Lebensmittelprodukten verzichten, die Hühnereiweiß enthalten. Vor allem in Teigwaren und Fertigsoßen wird häufig Hühnereiweiß verarbeitet.

Darauf sollten Sie beim Einkauf achten

Meiden Sie Lebensmittel, bei denen folgende Begriffe in der Zutatenliste aufgeführt sind: Hühnerei, Protein, Fremdprotein, Ovoprotein, Eiweiß, Eigelb und Volleipulver. Der Allergiker-Hinweis auf Produktverpackungen gibt zusätzlich Auskunft, ob Eier oder Eibestandteile im Produkt enthalten sind oder sein könnten. Aus ernährungsphysiologischer Sicht hat der Verzicht auf Eier keine Konsequenzen. Ein Substitut, also der Verzehr eines Ersatzprodukts, ist nicht nötig. Die Inhaltsstoffe des Eies finden sich in ausreichender Menge auch in anderen Lebensmitteln wieder.

Eiweiß ist nicht gleich Eiweiß

Wenn auf der Verpackung eines Lebensmittels die Nährwertangabe "Eiweiß" zu lesen ist, ist der Anteil an Proteinen gemeint, die umgangssprachlich auch als Eiweiße bezeichnet werden. Die Angabe bezieht sich also nicht auf die Verwendung von Eiern.