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Jugend

Tattoos: Jugendliche über Risiken aufklären

Werden Eltern mit einem Tattoo-Wunsch konfrontiert, sollten sie die Risiken kennen. Denn egal ob am Ende ein „Nein“ oder ein „Ja“ steht, sollten sich Jugendliche über mögliche Konsequenzen im Klaren sein.

Lesezeit: 3 Minuten / veröffentlicht:

Tattoos sind vor allem bei jungen Menschen immer beliebter. So ist es für viele Eltern nicht unwahrscheinlich, dass sie irgendwann mit dem Wunsch nach einer Tätowierung konfrontiert werden. Eltern haben hierbei das Recht, „nein“ zu sagen.

Gesetzliches Verbot

Es ist ohnehin gesetzlich verboten, Personen unter 16 Jahren zu tätowieren. Mit dem 16. Geburtstag fangen aber oft die Diskussionen an. Bei Jugendlichen zwischen 16 und 18 ist ein Tätowieren mit der Einverständniserklärung der Eltern möglich. Auf folgende Risiken sollten sie hinweisen:

  • Mögliche Infektionen
    Um ein Tattoo anbringen zu können, muss die Farbe mit einer entsprechenden Nadel in die Haut hineingespritzt werden. Wird hierbei nicht auf Hygiene geachtet, sind schwerwiegende Erkrankungen möglich. Ist die Nadel verunreinigt, können Krankheiten wie Hepatitis B und C, aber auch Tetanus oder HIV übertragen werden. Auch Pilzinfektionen können sich so ausbreiten.
  • Komplikationen bei der Heilung
    Das Einstechen mit der Tätowiernadel bedingt zwangsläufig eine Verletzung der Haut. Mit dem resultierenden Schmerz dürften die meisten rechnen. Dass jede Verletzung einen Heilungsprozess nach sich zieht, machen sich viele jedoch nicht bewusst. Und die Heilung der Haut verläuft nicht immer so reibungslos, wie man es sich wünscht. Egal, ob bei einer Schürfwunde, einem Schnitt oder eben einer Verletzung durchs Tätowieren: Komplikationen wie anhaltende Rötungen, Schwellungen oder hartnäckige Entzündungen sind immer möglich. Bei Personen mit Diabetes, Abwehrschwäche, Herzfehler, Blutungsneigung oder Hautkrankheiten wie Neurodermitis besteht ein erhöhtes Risiko. Diese Personen sollten besser ganz auf ein Tattoo verzichten.
  • Ungeeignete Farbstoffe 
    Zwar sind seit 2009 die besonders gesundheitsschädlichen Azofarbstoffe in Deutschland verboten. Dennoch gibt es keine einheitliche Regulierung für Tätowierfarben. Immer wieder gelangen Farben unter die Haut, die dort nichts zu suchen haben. Leider auch krebserregende und erbgutschädigende Stoffe. Oft handelt es sich um Substanzen, die unter Einwirkung von UV-Strahlung gesundheitsschädigende Spaltprodukte entwickeln können. Diese können mit den Jahren herausgelöst werden und in die Blut- und Lymphgefäße gelangen.
  • Allergische Reaktionen 
    Gelegentlich kommt es infolge des Tätowierens auch zu allergischen Reaktionen. Im Extremfall können diese, in Kombination mit dem gestörten Heilungsprozess der Haut, zu erheblicher Narbenbildung führen.
  • Noch wachsende Haut 
    Bei Jugendlichen ist der Wachstumsprozess meist noch nicht abgeschlossen. Wächst die Haut an der tätowierten Stelle, verändert sich natürlich auch die optische Erscheinung des Tattoos.
  • Wechselnde Moden 
    Tattoos unterliegen, genauso wie Kleidung, Popmusik und Schmuck, sich ständig wechselnden Trends. Was heute noch hip ist, kann schon morgen lahm sein. Besonders Jugendliche reagieren sensibel auf dieses Argument. Ihnen sollte aber bewusst sein, dass sie Tattoos nicht einfach wie ein Kleidungsstück ablegen können.
  • Schlechtere Karrierechancen 
    Ob ein Tattoo gefällt oder nicht, ist für die meisten Geschmacksfrage. Nicht aber für viele Chefs und Personalverantwortliche. Diesen stellt sich bei einem Tattoo nämlich nicht die Frage, ob es gefällt, sondern wie mögliche Kunden, Geschäftspartner etc. darauf reagieren. In zahlreichen Branchen und Unternehmen kann ein Tattoo der Karriere schaden, wenn es nicht unter der Kleidung versteckbar ist.

Zwar ist es inzwischen möglich, ein Tattoo mittels Laser wieder entfernen zu lassen. Das ist jedoch sehr kostspielig und aufwendig. Es kann zu Entzündungen, Narben und Pigmentstörungen kommen. Und bei farbenfrohen Tattoos gelingt es nicht immer vollständig.

Argumente statt Emotionen

Diese Argumente sollten Eltern möglichst sachlich mit ihrem Nachwuchs besprechen. In jedem Fall ist es sinnvoll, den Jugendlichen die einzelnen Punkte zu erklären, selbst man beim „Nein“ bleibt. So sind die Jugendlichen informiert und wissen, was sie tun, wenn sie sich mit der Volljährigkeit den Tattoo-Wunsch selbst erfüllen.

Und falls Eltern sich für ein „Ja“ entscheiden sollten, gilt: Es ist sinnvoll, sich das Tattoo-Studio mit eigenen Augen anzuschauen, um sich davon zu überzeugen, dass alle Hygiene-Regeln eingehalten und nur gesundheitlich unbedenkliche Farbstoffe verwendet werden.