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Kindergesundheit

Wachstumsschmerzen – was ist dran?

Kinder wollen so schnell wie möglich groß werden. Doch das ist manchmal schmerzhaft, auch im körperlichen Sinne. Wachstumsschmerzen sind keine Seltenheit, aber harmlos, wenn man richtig damit umgeht.

Lesezeit: 3 Minuten / veröffentlicht:

Größer werden kann weh tun. Vor allem Kinder zwischen drei und fünf Jahren bzw. zwischen acht und zwölf Jahren sind von diesen ominösen Wachstumsschmerzen betroffen. Experten schätzen, dass bei immerhin 20 bis 40 Prozent der Kinder in diesem Alter der Wachstumsprozess gelegentlich weh tut.

Schlafräuber schmerzende Beine

Es ist typisch für diese Schmerzen abends oder nachts dem Kind den Schlaf zu rauben. Außerdem treten sie nur am Ober- und Unterschenkel in unmittelbarer Nähe zum Knie auf, mal am linken, mal am rechten Bein. Am Tage wiederum sind die Schmerzen wie weggeblasen. Kinder, die in der Nacht zuvor noch gejammert haben, toben am darauffolgenden Tag so, als wäre nichts gewesen. Viele Eltern haben daher das Gefühl, es mit einem Phantom zu tun zu haben.

Tatsächlich geht es der wissenschaftlichen Medizin fast genauso. Kein Kinderarzt bezweifelt, dass diese Schmerzen real sind. Doch die konkrete Ursache dafür ist den Wissenschaftlern bislang ein Rätsel. Auf Röntgenaufnahmen und bei der Magnetresonanztomografie lässt sich nichts erkennen. Und auch bei Blut- und weiteren Laborwerten gibt es keinerlei Auffälligkeiten.

Wahrscheinlich hormonelle Ursache

Die Forscher vermuten daher, dass die Ursache der Schmerzen mit den Wachstumshormonen in Zusammenhang steht, die der Körper nachts bildet. Mit dem Zubettgehen beschleunigt sich der Wachstumsprozess, so dass es zu Spannungen in der Knochenhaut kommen könnte. Am Morgen wird dieser Prozess gedrosselt, die Spannungen bauen sich ab und die Schmerzen sind verflogen.

Manche Experten vermuten, dass auch die Entwicklung des Nervensystems oder Belastungen tagsüber eine Rolle spielen.

Andere Erkrankung ausschließen

Wo die Ursachen genau liegen, ist in der letztlich egal. So lange es bei den typischen Symptomen bleibt, besteht kein Grund zur Sorge. Folgende Anzeichen deuten jedoch auf ein ernstzunehmendes medizinisches Problem hin und sollten vom Arzt untersucht werden:

  • Rötungen und Schwellungen
    Bei Wachstumsschmerzen sind die betroffenen Stellen nie deutlich gerötet oder angeschwollen. Diese Symptome sprechen für eine Entzündung, genauso wie eine erhöhte Durchblutung und damit Übererwärmung der betroffenen Stelle.
  • Schmerzen bleiben am Tage
    Klagt das Kind auch tagsüber über die Schmerzen, liegt die Ursache mit großer Wahrscheinlichkeit woanders.
  • Schonhaltung, Vermeidung bestimmter Bewegung
    Ist das Kind steif, unbeweglich oder hinkt es gar, wird es ganz offensichtlich von Schmerzen beeinträchtigt. Auch wenn es nichts sagt.

Wenn die nachts auftretenden Schmerzen über einen längeren Zeitraum immer wieder kommen, ist es besser, lieber einmal zu oft zum Arzt zu gehen.

Linderung in der Nacht

Auch wenn die Wachstumsschmerzen an sich harmlos sind, können sie dem Kind und damit auch den Eltern den Schlaf rauben. Daher ist es wichtig, die Schmerzen zu lindern. Das wichtigste hierbei ist Trost und Zuspruch der Eltern. Außerdem haben sich Hausmittel bewährt: Vom beruhigenden Kräutertee über Massagen zu verschiedenen Wickeln. Wobei gerade die Erfahrung mit den Wickeln den phantomartigen Charakter der Wachstumsschmerzen erneut offenbart. Manche Eltern schwören auf Wärme-Packs, während andere bessere Erfahrungen mit kalten Wickeln gemacht haben. Aus medizinischer Sicht ist das ein Widerspruch.

Da aber kein körperlicher Defekt vorliegt, macht es vermutlich keinen Unterschied. Letztlich kommt es darauf an, womit sich das Kind in der konkreten Situation wohler fühlt.

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