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Arbeitsalltag

Agiles Arbeiten – mit mehr Chaos neue Impulse für den Arbeitsalltag

Unsere Art zu arbeiten unterliegt einem beständigen Wandel. Einer der neuesten Trends in der Arbeitswelt ist das agile Arbeiten. Ein Unternehmen, das auf diese Methode setzt, ist etwa der Werkzeug-Riese Hilti, der gemeinsam mit seinen Kunden neue Produkte entwickelt. Agiles Arbeiten kann viel bedeuten, aber vor allem steht es für Flexibilität und Teamwork. Aber woher kommt der Begriff überhaupt?

Autor: Marcus Klauss

Lesezeit: 3 / veröffentlicht:

Der Ursprung dieses Konzeptes liegt in der Softwareentwicklung. Entwicklerteams hatten Anfang der 2000er Jahre die Erfahrung gemacht, dass starre Vorgaben und ausgeprägte Hierarchien die Arbeit an Projekten unnötig behindern. Die Folgen: gerissene Liefertermine und Kunden, die mit dem Endprodukt unzufrieden waren. Die Antwort auf diese Probleme war das agile Arbeiten.

Schritte zum agilen Arbeiten

Auch wenn es beim Konzept des agilen Arbeitens viele Faktoren zu berücksichtigen gibt, lässt sich das Konzept mit wenigen Kernpunkten zusammenfassen. Dazu zählen das Aufbrechen von Hierarchien, die Bildung kleiner Teams, mehr Eigenverantwortung und höhere Flexibilität. Hier die einzelnen Punkte in der Übersicht:

Nicht zu detailliert planen
Bevor ein Projekt startet, wird in der Regel ein genauer Plan entworfen, wie das Ganze ablaufen soll. Beim agilen Arbeiten hingegen stehen die genauen Projektanforderungen zu Beginn noch nicht fest. Die Umsetzung erfolgt in kleinen Schritten, die einzelnen Phasen und Ergebnisse sind noch nicht klar definiert. Das mag von außen betrachtet etwas chaotisch wirken, hat jedoch viele Vorteile. Es ergibt sich daraus die Möglichkeit, ständig Anpassungen und Funktionstests vorzunehmen. Wichtig: Während es gesamten Projektes steht das Team im engen Austausch mit dem Kunden. Dadurch können zu jeder Zeit Wünsche des Kunden berücksichtigt werden und nicht erst am Ende des Projektes.

Klein, aber fein
Große Teams haben oftmals den Nachteil, dass sie schwerfällig sind. Deshalb setzt das agile Arbeiten auf kleine Teams. Eine Grundvoraussetzung ist dabei, dass die Zugehörigkeit zum Team auf Freiwilligkeit beruht. Mitarbeiter, die in ein Team gezwungen werden, dem sie nicht angehören wollen, tragen oft zu dessen Scheitern bei. Darüber hinaus handeln sie eigenverantwortlich. Die Aufgaben der Gruppe werden innerhalb des Teams vergeben und nicht hierarchisch von oben herab.

Wissen ist Macht
Da die Teams eigenverantwortlich handeln, müssen sie stets umfassend über das Projekt informiert werden. Denn nur dann hat es die Möglichkeit, selbstständig darüber zu entscheiden, welche Aufgaben Priorität haben und welche nicht. Langwierige Meetings werden nach Möglichkeit vermieden und finden nur bei Bedarf statt. Auch dabei ist es entscheidend, den Kunden in die Kommunikation aktiv mit einzubeziehen.

In der Kürze liegt die Würze
Beim agilen Arbeiten geht es nicht nur darum, das Projekt auf kleine Teams zu verteilen, sondern auch, es zeitlich zu stückeln. Statt in Monaten sollten Projektschritte besser in Wochen oder sogar Tagen gemessen werden. Dadurch wird verhindert, dass einzelne Abschnitte zu komplex werden. Zusätzlich finden Erfolgskontrolle und Feedback in kürzeren Zeiträumen statt, was die Gefahr minimiert, dass man sich allzu lange auf dem Holzweg bewegt.

Nicht für alle geeignet

Agiles Arbeiten wird von manchen als Wundermittel angesehen, wenn es darum geht, die Produktivität zu steigern. Man muss aber auch wissen, dass diese Art der Arbeitsorganisation nicht für jedes Szenario geeignet ist. Generell kann man sagen, dass es sich für komplexe Projekte mit vielen unbekannten Faktoren am besten eignet, da hier die Flexibilität besonders positiv wirkt. Geht es allerdings darum, ein von der Struktur her relativ simples Projekt zu realisieren, ergibt agiles Arbeiten wenig Sinn. Das trifft zum Beispiel auf wiederkehrende Aufgaben zu, welche nur ein geringes Maß an Kreativität bedürfen. Für alle anderen Prozesse kann es sich jedoch als eine gute Alternative zu eingefahrenen Arbeitsweisen erweisen und nicht nur zu höherem Output, sondern auch zu zufriedeneren Mitarbeitenden führen.