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Fit & Aktiv

Schwimmen: Wenn wir dem Fliegen am nächsten sind

Schwimmen ist weltweit und quer durch alle Schichten beliebt, und das ist gut so. Wassersport hat viele Vorteile und ist für fast jeden geeignet. Gesunde Bewegung und Prävention sind selten so entspannend.

Autor: Daniel Auer

Lesezeit: 2:30 Minuten / veröffentlicht:

Unsere Fähigkeit zu Schwimmen, so sind sich die meisten Forscher einig, ist so alt wie die Menschheit selbst. Nicht umsonst finden sich sogar in steinzeitlichen Höhlen Malereien von schwimmenden Menschen. Und wen wundert’s: Kaum etwas gibt uns ein so schönes Gefühl der Schwerelosigkeit, wie ins Wasser einzutauchen.

Gesund und für jeden geeignet

Schwimmen ist in der Tat eine gesunde Freizeitbeschäftigung mit vielen positiven Aspekten. Deshalb empfiehlt der Nationale Aktionsplan IN FORM diesen Sport für fast jeden Menschen. Er fordert den gesamten Körper und trainiert die unterschiedlichsten Muskelgruppen wie Beine, Rücken, Bauch und Arme. Für viele Menschen sind zudem Verspannungen im Rücken und Nacken ein konstanter Begleiter, wobei die Leidenden immer jünger werden. Der Bewegungsablauf des Schwimmens hilft hier, er lockert die Rückenmuskulatur und bildet ein ideales Training für die Wirbelsäule.

Ein wichtiger Faktor dafür, dass Schwimmen so oft empfohlen wird, sind die Gelenke. Das Wasser trägt das Gewicht des Körpers, weshalb es nur zu minimaler Belastung der Gelenke kommt. Auf der anderen Seite bedeutet Wasser aber auch mehr Widerstand im Vergleich zur Luft. Der Körper muss mehr Energie aufbringen als etwa beim Laufen oder Radfahren. Das bedeutet effektiven Kalorienverbrauch, perfekt fürs Abnehmen.

Beim Schwimmen kommt außerdem innerhalb kürzester Zeit der ganze Kreislauf in Schwung, während das angenehm temperierte Wasser den Blutdruck senkt. Und noch etwas spricht für Bewegung im Wasser: Sie ist das ganze Jahr über möglich, ob im Hallen- oder Freibad, ob im See oder im Meer.

Die Technik macht’s

Profis unterschieden das Schwimmen in verschiedenen Arten, und jeder hat seinen bevorzugten Stil. Doch auch Amateure sollten ihre Technik üben, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden.

  • Beim Brustschwimmen war der Frosch das Vorbild: Beine und Arme werden gleichzeitig angezogen und abgestoßen. Brustschwimmen ist die langsamste Technik, aber auch am anspruchsvollsten und zeitaufwändigsten zu lernen. Der Kopf bleibt fälschlicherweise bei vielen Amateuren über Wasser, was zu Nacken- und Rückenproblemen führen kann. Dass Kinder trotzdem das Brustschwimmen als erste Schwimmart lernen, ist übrigens eine deutsche Eigenheit.
  • Hinter dem Delfin stand die Suche einiger Wettbewerbsschwimmer nach einer effizienteren Technik. Sie wollten die Arme nicht wie beim Brustschwimmen unter Wasser zurückholen und versuchten es stattdessen über dem Kopf. Damit erzielten sie tatsächlich bessere Zeiten. Der Delfin, zu dessen Vorstufen auch der Schmetterling gehört, verlangt viel Kraft, Energie und Können. Der typische Beinschlag, der „Delfin-Kick“, beginnt schon in der Hüfte.
  • Rückenschwimmen ist tatsächlich sehr rückenfreundlich und gut zum Erholen – wenn man gemütlich vor sich hintreibt. Profisportler machen lieber Rückenkraulen und erzeugen so mehr Tempo. Im Vergleich zu anderen Schwimmarten ist Rückenschwimmen leicht zu lernen, allerdings sollte man besonders im vollen Schwimmbad aufpassen, damit es zu keinen Unfällen und Kollisionen kommt.
  • Das Kraulen ist die schnellste Schwimmart. Es ist also kein Wunder, dass schon in der Antike verwandte Stile im Einsatz waren. Bei Freistil-Wettbewerben kommt praktisch nur das Kraulen vor – als Königsdisziplin. Die Kraultechnik ist für Kinder leicht zu lernen, solange sie keine Angst haben, den Kopf auch unter Wasser zu haben. Für Ältere und untrainierte Menschen kann Kraulen aber teils anstrengend sein.

Egal welcher Stil, Schwimmen ist in jedem Fall ein ideales, gesundheitsförderndes Hobby für jedes Alter. Wichtig ist nur, den Körper nicht falsch zu belasten oder sich unnötigen Gefahren auszusetzen. Bei Problemen wie Knieschmerzen, offenen Wunden oder Immunschwäche ist ein vorheriges ärztliches Gespräch wichtig. So kann geklärt werden, ob und wie Schwimmen sinnvoll ist.