220411_Hula_Hoop
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Training & Ausdauer

Hula-Hoop: Mit Hüftschwung fit werden

Für viele ist es ein Relikt der Kindheit, das lange in Vergessenheit geraten war. Seit einiger Zeit ist der Hula-Hoop-Reifen aber wieder schwer im Trend. Doch woher kommt dieser Reifen? Und welche Auswirkung hat das Training mit Hüftschwung auf Körper und Gesundheit?

Autor: Jannik Deckers

Lesezeit: 2 / veröffentlicht:

Hula-Hoop erfährt eine regelrechte Renaissance als effektives Fitness-Gerät. Möglicherweise hat das viele zuhause bleiben während der Pandemie einen Beitrag dazu geleistet. Wer einen Hula-Hoop-Reifen hat, kann diese Art der sportlichen Betätigung ganz bequem daheim betreiben. Wer glaubt, der Reifen sei eine neuartige Erfindung, liegt jedoch falsch. Denn schon die Griechen wussten ihn in der Antike zu benutzen. Hippocrates von Kos (460–370 v.Chr.), griechischer Arzt und Gelehrter, empfahl vor über 2.000 Jahren in einem seiner vielen Werke den Reifenlauf aufgrund seiner positiven Wirkung zur Wiederherstellung der Gesundheit. Damals wurde noch ein schwerer Holzreifen entweder mit den Händen oder mithilfe eines Stockes vor sich her gerollt.

Kalifornische Wurzeln

Der moderne Hula-Hoop wurde vom kalifornischen Spielzeughersteller Wham-O Inc. entwickelt und erstmals im Jahr 1958 verkauft. Etymologisch leitet sich die Bezeichnung vom hawaiianischen Tanz „Hula“ und dem englischen Wort „Hoop“ (Reifen) ab. Schnell stieg der Kunststoffreifen zu einem sehr beliebten Spielzeug auf, doch gegenwärtig begründen die sportlich-medizinischen Vorteile den neuen Trend.

Ein vielseitiges Fitness-Gerät

Ein Hula-Hoop kann prinzipiell überall genutzt werden. Durch Steckverbindungen lässt er sich sogar verkleinern und somit leichter transportieren. Ob nun zuhause oder auf der Wiese im Park, mit dem Reifen lässt sich der gesamte Körper trainieren. Nicht nur Bauch- und Rückenmuskeln, sondern ebenso die Gesäßmuskeln, die Oberschenkel- und Armmuskeln werden trainiert. Besonders die Mobilisierung der Wirbelsäule beugt Rücken- und Nackenschmerzen vor oder kann diese lindern. Darüber hinaus wirkt sich das Training mit dem Reifen positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus, ist gut für die Koordination und den Gleichgewichtssinn. Da man beim Hula-Hoop-Training dauerhaft in Bewegung bleibt und mehrere Muskelgruppen anspannt, werden natürlich auch Kalorien verbrannt. Wie viele, hängt von der Intensität des Trainings ab.

So wird’s gemacht

Damit der Reifen konstant an der Taille gehalten werden kann, müssen die Bauchmuskeln die ganze Zeit angespannt bleiben. Sobald sich der Reifen waagerecht zum Boden befindet, wird Schwung genommen und die Hüfte bewegt sich anschließend im Rhythmus. Je länger der Reifen gehalten werden kann, desto besser auch für die Haut. Denn die konstante Berührung fördert die Durchblutung der Haut und die inneren Organe werden massiert, wodurch die Verdauung angeregt wird. Für mehr Abwechslung und einen erhöhten Schwierigkeitsgrad kann sowohl die Richtung gewechselt, als auch das Tempo variiert werden.
Bei der Auswahl des richtigen Reifens sind zwei Faktoren zu beachten: erstens die Größe und zweitens das Gewicht. Anfängern wird zu Beginn eher ein schwererer Reifen (1,4–1,3 kg) mit größerem Durchmesser empfohlen. Denn diese Sorte Reifen bewegt sich langsamer, wodurch mehr Zeit für die Ausführung der Bewegung bleibt. Generell sollte der Reifen aufgestellt mindestens bis zum Bauchnabel reichen. Außerdem ist hierbei ebenso der Taillenumfang zu beachten. Je größer dieser ist, desto größer muss ebenfalls der Reifen sein.