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Freizeit & Reise

Wasserpfeife mit Suchtpotential

Chillen mit einer Shisha ist bei vielen jungen Leuten mittlerweile Alltag. Ein gemütliches Beisammensein, ein süßlicher Duft hängt in der Luft. Ist ja alles nicht so schlimm, denken sich die Konsumenten. Der Haken: Orientalische Tabakpfeifen sind nicht so harmlos, wie man meint. Tückisch sind die vielen fruchtigen Geschmacksrichtungen des Tabaks, die den Faktor „ungefährlich“ suggerieren.

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Ungesunde Stoffe

Wie funktioniert eine Wasserpfeife? In dem länglichen Gerät werden auf den oberen Kopf 5 bis 20 Gramm Tabak gelegt, der mit einem Sieb oder gelöcherter Folie abgedeckt ist. Hierauf wird Kohle angebracht, die entzündet wird. So kommt der Tabak zum Schwelen. Ein Schlauch mit einem Mundstück ist an dem mittleren Teil der Wasserpfeife über ein Ventil befestigt. Die untere Hälfte der Pfeife besteht aus einem gläsernen Bereich, der an den mit Wasser gefüllten Boden grenzt. Über das Mundstück wird der Tabakrauch durch das Wasserbad angesaugt und eingeatmet. Dieses Prozedere setzt eine ganze Reihe ungesunder Stoffe frei. „Beim Rauchen von Shishas nimmt man pro Zug eine wesentlich größere Menge Rauch auf als beim Zigarettenrauchen – und damit auch eine größere Menge an Schadstoffen. Zudem liegen einige Schadstoffe im Wasserpfeifenrauch in deutlich höherer Konzentration vor als in Zigarettenrauch, allen voran Kohlenmonoxid und Blei“, betont Dr. Katrin Schaller vom WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg.

Umfrage

Gemäß einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Jahr 2018 erklärten 19,1 % der jungen Erwachsenen (18-25 Jahre) in den vergangenen 30 Tagen Shisha geraucht zu haben. Bei den Jugendlichen (12-17 Jahre) waren es 9 %.

Wissenschaftliche Studien haben in den vergangenen Jahren die gesundheitliche Gefährdung des regelmäßigen Rauchens von Wasserpfeifen belegt. Die Risiken sind im Hinblick auf Lungenleiden oder einem erhöhten Krebsrisiko ähnlich wie bei dem Konsum von Zigaretten. Personen, die täglich Wasserpfeife rauchen, nehmen die Nikotinmenge von etwa 10 Zigaretten zu sich. Das Suchtpotential ist entsprechend hoch. „Auch Wasserpfeifentabak enthält Nikotin. Deswegen macht Shisha-Rauchen genauso abhängig wie Zigarettenrauchen“, so Dr. Katrin Schaller. Keinesfalls sollten sich mehrere Personen ein Mundstück teilen, um Infektionskrankheiten wie Herpes, Gelbsucht oder Tuberkulose zu vermeiden.

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