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Trendgemüse: Regional versus exotisch

Autor: zone35

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Essen ist für viele von uns mehr als nur reine Nahrungsaufnahme. Längst vorbei sind die Zeiten, als es einzig und allein darum ging, satt zu werden. Stattdessen setzen wir uns sehr akribisch mit dem auseinander, was wir zu uns nehmen. Essen ist praktisch zu einem neuen Luxusgut geworden, bei dem es immer auch um Trends geht. Zum Beispiel um Gemüsesorten, die wir komplett neu entdeckt haben und die aus exotischen Gefilden zu uns gestoßen sind. Oder um Gemüse, das lange unbeachtet in Omas Rezeptheftchen geschlummert hat, ehe sich daraus ein neuer Trend entwickelte.

Vielseitig einsetzbar: Das Trendgemüse Süßkartoffel

Sie stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und ist auch bei uns seit einigen Jahren extrem angesagt. Die Rede ist von der Süßkartoffel. Sie zählt zu den ältesten Gemüsesorten der Welt und enthält jede Menge Vitamin A und Beta-Carotin sowie Kalzium, Zink und Kalium. Ihr Vorteil: Süßkartoffeln lassen sich ähnlich wie „normale“ Kartoffeln sehr vielseitig zubereiten. Zum Beispiel als Süßkartoffel-Pommes oder einfach gekocht oder püriert.

Pak Choi für leichte Schärfe in Wok-Gerichten

Wenn es um Trendgemüse geht, darf auch Pak Choi nicht fehlen. Es handelt sich bei diesem Kohl um ein Gemüse, das viel Vitamin C, Folsäure und Senföle enthält. Pak Choi ist mit Chinakohl verwandt und stammt aus Taiwan, Japan und China. Der weiße Stiel des Gemüses besitzt eine leichte Schärfe, die sich hervorragend in Wok-Gerichten entfaltet. Darüber hinaus eignet sich Pak Choi als Zutat in Gemüsesuppen, als Salat oder im Ofen überbacken.

Topinambur: Wurzelknolle mit Inulin für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl

Ein weiteres exotisches Trendgemüse ist Topinambur. Die Pflanze, die zu den Korbblütlern gehört, stammt aus Nord- und Mittelamerika. Das Besondere an ihr ist nicht nur die gelbe Blütenpracht, die sich im Herbst zeigt, sondern vor allem die essbaren Wurzelknollen. Sie lassen sich ähnlich wie Kartoffeln vielfältig verarbeiten. Anders als der beliebte Erdapfel, enthält Topinambur keine Stärke, stattdessen Inulin. Das Besondere: Der Ballaststoff Inulin quillt im Magen auf und sorgt für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl.

Trendfood Sonnenblumenkerne: Zum Verfeinern von Eis, Joghurt sowie Salat und als Hackfleischersatz

Neben den drei beschriebenen Trendgemüsesorten kommen wir insbesondere an den drei Lebensmitteln Sonnenblumenkerne, Hibiskus und Yuzu nicht vorbei. Dabei gelten beispielsweise Sonnenblumenkerne in vielerlei Hinsicht als echtes Comeback-Lebensmittel. Denn die Superfood-Kerne, die äußerst nahrhaft sind, eignen sich als Hackfleisch-Ersatz für Pastagerichte. Zudem können wir mit ihnen Salate, Aufstriche und sogar Eis, Müsli sowie Joghurt verfeinern.

Hibiskus wächst vor allem in subtropischen bis tropischen Teilen der Erde und ist ebenfalls ein aktueller Foodtrend. Klasse geeignet, um Erfrischungsgetränke, Tees und Marmelade mit einer süß-säuerlichen Geschmacksnote zu verfeinern. Ebenfalls säuerlich schmeckt die Zitrusfrucht Yuzu. Sie stammt aus Asien. Experimentierfreudige nutzen sie als Trendfood für Salatdressings oder exotische Kuchenvarianten.

„Lokalfood“: Der Trend geht zu lokalen Gemüsesorten

Auch wenn insbesondere Pak Choi und Topinambur exotisch anmuten, aktuelle Foodtrends umfassen auch viele lokale Gemüsesorten. Denn die Zeit der Corona-Pandemie hat bei vielen den Wunsch verstärkt, auf lokales Gemüse zurückzugreifen. Das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen wird stärker. Der Trend, traditionelle Rezepte und regional erzeugte Zutaten einzusetzen, dominiert bereits vielerorts. Und so erleben Gemüsesorten ein Comeback, die bis vor Kurzem noch ein Schattendasein fristeten. Dazu gehören zum Beispiel Rotkohl, Brokkoli oder Linsen. Viele Menschen stellen fest, dass nachhaltiges Leben auch vor dem Speiseplan nicht halt macht, sondern bereits in der Küche beginnt. Die Lösung: Regionale Erzeugnisse, die eine viel bessere Klimabilanz vorweisen als Lebensmittel, die erst um die Welt reisen, bevor sie bei uns auf dem Teller landen.

Keine Reste: Verschwendung in der Küche war gestern

Darüber hinaus verstärkt sich auch der Trend, in der Küche nichts zu verschwenden. Unter dem Motto „Zero Waste“ bemühen sich viele Menschen, so zu kochen, dass keine Reste übrigbleiben. Das ist extrem nachhaltig und fördert zudem das Bewusstsein für den Wert des Essens. So lassen sich zum Beispiel Kartoffeln perfekt für mehrere Gerichte nutzen. Kommen sie zunächst als klassische Beilage auf den Teller, kann man die Reste hervorragend zu Bratkartoffeln, einem Auflauf oder Püree verarbeiten.