Eine Frau mit Mütze und Schal steht mit geschlossenen Augen am Strand.
Eine Frau mit Mütze und Schal steht mit geschlossenen Augen am Strand.

Wellness für die Augen

Egal, ob Smartphone, Tablet oder Computer: Für Bildschirmarbeit sind die Augen eigentlich nicht gemacht – und werden dabei besonders beansprucht. Zeit also für ein regelmäßiges Wellness-Programm für unser Sehorgan, um müden Augen entgegenzuwirken.

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Bildschirme haben einen immer größeren Einfluss auf unseren Alltag. Mitunter müssen wir darauf stundenlang konzentriert den Blick richten. Doch das erfordert Höchstleistung von unseren Augen – und kaum eine andere Tätigkeit beansprucht das Sehorgan stärker. Der Grund: Für das andauernde Betrachten einer nahen und leicht leuchtenden Fläche ist unser Auge überhaupt nicht gemacht:

Direkter Blick in Leuchtquelle

Egal ob bei einer handwerklichen Tätigkeit, bei der Jagd oder beim Lesen eines Buches: In den vergangenen Jahrhunderten bzw. Jahrtausenden war unser Auge nur darin gefordert, Dinge zu fokussieren, die von der Sonne oder einer Lampe „ins Licht gerückt“ werden. Der direkte Blick in eine Leuchtquelle – und nichts anderes ist ein Bildschirm – ist für die Menschheit eine aus evolutionärer Sicht völlig neue Aufgabe. Darauf ist unser Sehorgan nicht spezialisiert – im Gegenteil: Beim direkten Blick ins Licht verbrauchen die Netzhautzellen besonders viel Rhodopsin. Dieses so genannte Sehpurpur stellt der Organismus zwar selbst her, unter anderem aus dem Vitamin A. Doch ist die Beanspruchung hoch, kommt die körpereigene Produktion nicht mehr hinterher. Dann drohen Müdigkeit und Probleme mit der Konzentration.

Trockene Augen durch Starren

Beim Blick auf den Bildschirm reduziert sich zudem meist unbewusst die Lidschlagfrequenz. Statt üblicherweise rund zwanzig Mal pro Minute blinzeln wir dann häufig nur noch fünfmal. Das Problem: Die Augen werden dann nicht mehr ausreichend befeuchtet und trocknen aus. Kleine Staubpartikel werden nicht mehr weggeschwemmt und können die Hornhaut reizen. Kratz- und Fremdkörpergefühle sind die Folge.

Blinzeln ist Wellness für die Augen

Blinzeln. Das tun wir ständig, überall und in der Regel vollkommen unbewusst. Warum sich die Lidschlagfrequenz bei der Computer-Arbeit so deutlich reduziert, ist für die Wissenschaftler ein Rätsel. Dieser Prozess läuft unbewusst ab. Fest steht aber: Man kann ganz bewusst häufiger blinzeln – und das schadet weder den Augen, noch der Aufmerksamkeit und damit der Leistungsfähigkeit.

Im Gegenteil: Wer sich gezielt antrainiert, häufiger zu blinzeln, vermeidet trockene, überarbeitete und damit müde Augen.

Was hilft gegen müde Augen?

Um müden Augen entgegenzuwirken, gibt es eine ganze Reihe Maßnahmen, die man einfach und unkompliziert in den Arbeitsalltag einfließen lassen kann:

  • Bewusst blinzeln 
    Nehmen Sie sich ganz bewusst vor, häufiger zu blinzeln. Fangen Sie am besten beim Lesen dieses Textes an – zum Beispiel nach jedem dritten Wort. Blinzeln Sie außerdem hin und wieder ganz gezielt gleich drei- bis viermal unmittelbar hintereinander.
  • Augen kurz geschlossen halten 
    Nicht nur auf die Lidschlagfrequenz kommt es an. Auch die Zeitspanne, während der die Augen beim Blinzeln geschlossen sind, hat einen Einfluss auf die Qualität des Flüssigkeitsfilms. Machen Sie also zwischendurch immer mal wieder aus dem Augenblick des Blinzelns eine kurze, etwa eine Sekunde lange Pause des Innehaltens bei geschlossenen Augen – beim Lesen dieses Textes zum Beispiel nach jedem Absatz.
  • Blick in die Ferne schweifen lassen 
    Wenden Sie zwischendurch immer mal wieder den Blick vom Bildschirm ab. Nur die wenigsten Büroarbeiter müssen wirklich ununterbrochen einen Monitor fixieren. Zwischendurch sind auch andere Tätigkeiten gefordert – und sei es nur ein kurzer Augenblick des Nachdenkens und Innehaltens. Lassen Sie dann Ihren Blick in die Ferne schweifen. Das entlastet die Augen deutlich.
  • Augen rollen 
    Bewegt sich der Augapfel, unterstützt dies ebenso die Verteilung des Flüssigkeitsfilms. Gezieltes Rollen mit den Augen kann den Tränenfluss sogar aktivieren.
  • Trockene Zugluft vermeiden 
    Bei trockener Luft verdunstet die Tränenflüssigkeit besonders schnell. Kommt dann noch ein „Zug“ hinzu – zum Beispiel verursacht durch eine Klimaanlage oder einen Ventilator – beschleunigt sich dieser Prozess. Achten Sie darauf, solcher Zugluft nicht direkt ausgesetzt zu sein.
  • Kein Zigarettenrauch 
    Zwar ist an den meisten Arbeitsplätzen das Rauchen längst verboten. Aber auch während der Pause und in der Freizeit kann der Rauch von Zigaretten die Augen reizen. Vermeiden Sie daher jeden Kontakt mit Zigarettenrauch.
  • Viel trinken 
    Damit die Augen ausreichend Tränenflüssigkeit bilden können, muss der Organismus natürlich über ausreichend Flüssigkeitsreserven verfügen. Trinken Sie daher reichlich – pro Tag zwei bis drei Liter – und zwar über den ganzen Tag verteilt. Nehmen Sie die Flüssigkeit nicht nur während der Mahlzeiten zu sich, sondern auch zwischendurch. 
  • Bei Kontaktlinsen auf Qualität achten 
    Besonders häufig sind Kontaktlinsenträger von trockenen Augen betroffen. Das ist wenig verwunderlich, denn die Linse ist streng genommen ein Fremdkörper – und der kann die gleichmäßige Verteilung des Tränenfilms durchaus beeinträchtigen. Bei guten, hochwertigen Linsen ist der Störeffekt jedoch geringer, so dass Probleme unwahrscheinlicher werden – oder ganz verschwinden. Gerade bei Kontaktlinsen kann es sich lohnen, im Zweifelsfall etwas mehr Geld auszugeben.

Andauernder Blick in die Nähe

Die meisten Bildschirme befinden sich für das Auge im Nahbereich. Bei Smartphones beträgt die Entfernung oft nur wenige Zentimeter. Auch das strengt die Augen an, zumal wenn dieser Sehbereich über mehrere Stunden gefordert ist.

Es ist also sinnvoll, für einen entsprechenden Ausgleich zu sorgen – und den Augen eine Art regelmäßiges Wellness-Programm zu gönnen. Die folgenden vier Übungen helfen, den Sehsinn zu entspannen:

Eine Frau mit Mütze und Schal steht mit geschlossenen Augen am Strand.
01

(Kurze) Pausen für die Fernsicht

Ideal wäre es, während der Arbeit jede halbe Stunde kurz innezuhalten und den Augen eine Pause für einen Blick in die Ferne zu gönnen. Da die Fernsicht schon bei etwa 50 Metern beginnt, reicht in den meisten Fällen der Blick aus dem Fenster auf die Straße. Neben regelmäßigen Pausen zwischendurch lohnt es sich zudem, den Augen immer wieder einen ganzen Tag ohne Bildschirm zu gönnen – zum Beispiel bei einer Radtour oder einer Wanderung. Denn dabei streift der Blick ganz automatisch in die Ferne.

02

Augen bewusst rollen

Da wir beim Blick auf den Bildschirm die Augen kaum bewegen, verschafft jede bewusste Bewegung des Augapfels Entspannung. Rollen Sie also hin und wieder die Augen ganz bewusst. Diese Bewegung hilft, den Tränenfilm auf den Augen zu verteilen. Ein guter Trick ist es, sich an der Wand eine waagerecht liegende Acht vorzustellen und mit den Augen dieser imaginären Acht zu folgen. Alternativ können Sie auch mit einem Finger diese Acht in die Luft zeichnen – und den Blick auf den Finger richten. So oder so gilt: Halten Sie bei dieser Übung Ihren Kopf möglichst gerade!

03

Palmieren – zwischendurch oder zum Feierabend

Decken Sie mit Ihren Händen die Augen ab, so dass Sie kein Licht mehr erblicken können. Schließen Sie zusätzlich die Lider und verharren Sie mehrere Sekunden ohne jeglichen visuellen Reiz. Dieses so genannte Palmieren können Sie sich zwischendurch am Schreibtisch gönnen, zum Beispiel, indem Sie Ihre Arme auf die Ellenbogen stellen und mit den Handflächen den Kopf stützen. Aber auch im Liegen auf dem Sofa ist diese Übung möglich. Besonders wohltuend ist es, statt der Hände zwei feuchtwarme Tücher zu verwenden.

04

Blick in die Sonne - unter besonderen Bedingungen:

Mit geöffneten Augen ist ein Blick in die Sonne alles andere als empfehlenswert, wohl aber mit geschlossenen Augen. Die Lieder schützen die Netzhaut vor dem grellen Licht. Doch durch die dünne Hautschicht gelangt die wohltuende Wärmestrahlung ins Sehorgan. Drehen Sie gemächlich den Kopf hin und her, damit es zu einer gleichmäßigen Verteilung kommt, und beenden Sie diese Übung nach einer halben Minute.

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