Eine liegende Frau hält ein Thermometer mit der Hand in die Luft, während die andere Hand auf ihrer Stirn liegt.
Eine liegende Frau hält ein Thermometer mit der Hand in die Luft, während die andere Hand auf ihrer Stirn liegt.

Fieber: Ursachen, Symptome und Behandlung

Fieber verunsichert viele Menschen. Meist ist es harmlos und Teil der natürlichen Abwehr. In seltenen Fällen kann die hohe Temperatur jedoch gefährlich werden. Warum entsteht Fieber überhaupt und wann ist es sinnvoll, das Fieber zu senken?

Qualitätssicherung: Philipp Grätzel von Grätz, Arzt und Medizinjournalist

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Das Wichtigste in Kürze

  • Fieber ist keine eigenständige Krankheit, sondern eine regulierte Abwehrreaktion: Erhöhte Körpertemperatur unterstützt das Immunsystem im Kampf gegen Infektionen und ist in vielen Fällen für die Genesung hilfreich.
  • Von erhöhter Temperatur spricht man bei 37,5 bis 38 Grad Celsius, bei über 38 Grad von Fieber und ab 39 Grad von hohem Fieber. Entscheidend ist immer auch das Befinden.
  • Typische Fiebersymptome sind Krankheitsgefühl, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Frösteln oder Schüttelfrost, warme gerötete Haut, Schwitzen, schneller Puls und Appetitmangel; kritisch sind Verwirrtheit, Atemnot, Erbrechen oder deutliche Verschlechterung.
  • Häufige Ursachen sind Virus- oder bakterielle Infektionen wie Erkältung, Grippe oder Magen-Darm-Infekte; seltener andere Entzündungen, Autoimmunerkrankungen, Impfreaktionen, Belastungen, Verletzungen oder Operationen mit vorübergehend erhöhter Temperatur.
  • Fieber muss nicht immer gesenkt werden: Wichtig sind Ruhe, ausreichendes Trinken und Beobachtung; ärztlicher Rat ist nötig bei Fieber über 39 Grad, schlechtem Allgemeinzustand, zusätzlichen Symptomen oder bei Neugeborenen und Risikopatienten.

Am Anfang gleich die gute Nachricht: Fieber ist keine Krankheit, sondern eine natürliche, ganz schön geniale Abwehrreaktion des Körpers. Das Immunsystem erhöht die Temperatur, um Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien zu besiegen. In den meisten Fällen ist Fieber harmlos und sogar sinnvoll für den Heilungsprozess.

Auch wenn man gesund ist, schwankt die Körpertemperatur im Tagesverlauf. Abends ist sie meist etwas höher als morgens. Bei Frauen kann sie zudem nach dem Eisprung hormonbedingt leicht ansteigen. Körperliche Anstrengung oder eine warme Umgebung können die Körpertemperatur auch nach oben treiben. Übersteigt diese ein gewisses Maß, spricht man von erhöhter Temperatur oder Fieber.

Ab wann hat man Fieber?

Die normale Körperinnentemperatur des Menschen liegt bei 36,3 bis 37,4 Grad Celsius. Werte zwischen 37,5 und 38,4 Grad Celsius gelten als erhöhte Temperatur. Wenn die Körpertemperatur auf 38,5 Grad Celsius oder mehr ansteigt, hat man Fieber. Bei Kindern unter drei Monaten liegt die Fiebergrenze allerdings schon bei 38 Grad Celsius. Wichtig: Nicht nur die Zahl auf dem Thermometer ist entscheidend, sondern auch, wie krank man sich fühlt und wie sich die Erkrankung entwickelt.

Wie sich Fieber äußert – die Symptome

Ein allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Frösteln oder Schüttelfrost – das sind die typischen Fiebersymptome. Häufig kommen warme oder gerötete Haut, Schwitzen und ein beschleunigter Puls hinzu. Manche Menschen fühlen sich benommen oder haben weniger Appetit.

Schüttelfrost ist ein natürlicher Mechanismus des Körpers, um durch Muskelaktivität die Temperatur weiter zu erhöhen. Er kann also ein Hinweis darauf sein, dass das Fieber noch steigt. Im Gegensatz dazu deutet Schwitzen darauf hin, dass der Körper sich aktiv abkühlt und das Fieber tendenziell sinkt. 

Mit steigender Temperatur kann das Fieber als besonders belastend empfunden werden. „Ob bei Kindern oder Erwachsenen: Wichtig ist hier der Allgemeinzustand“, sagt Marcel du Moulin, der als Kinderarzt in Hittfeld bei Hamburg vor allem im Winter täglich mit fiebernden Patientinnen und Patienten zu tun hat. „Wer trotz Fieber ansprechbar ist, ausreichend trinkt und sich zwischendurch etwas erholt, muss sich meist keine Sorgen machen“, sagt du Moulin. Kritisch werde es, wenn starke Verwirrtheit, Atemnot, anhaltendes Erbrechen oder ein deutlich verschlechterter Allgemeinzustand hinzukommen – dann unbedingt schnell zur Ärztin oder zum Arzt.

Was sind die Ursachen für Fieber?

Infektionen, etwa durch Viren oder Bakterien, sind die häufigste Ursache für Fieber. Dazu zählen zum Beispiel Erkältungen, Grippe oder Magen-Darm-Infekte. Der Körper reagiert auf die Eindringlinge von außen, indem er die Temperatur erhöht – so können sich manche Erreger schlechter vermehren. Außerdem laufen Stoffwechselvorgänge im Immunsystem bei erhöhter Temperatur teilweise schneller ab, was die Immunantwort effizienter macht. Der Körper schwitzt sozusagen die Krankheit aus. 

Seltener steckt eine andere Erkrankung hinter dem Fieber, etwa eine Entzündung, Autoimmunerkrankungen oder – vorübergehend – eine Impfreaktion. Auch nach größeren körperlichen Belastungen, Verletzungen, Zahneingriffen oder anderen Operationen kann die Temperatur kurzfristig ansteigen.

Hält das Fieber mehrere Tage an, steigt es sehr schnell an oder kommt es ohne erkennbare Ursache, sollte es unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Das gilt besonders, wenn weitere Beschwerden hinzukommen oder sich der Zustand deutlich verschlechtert.

Erkältungs- und Grippe-Erreger haben im Winter leichtes Spiel. Doch weshalb genau wissen die Wenigsten. Experten sind sich sicher: Ein wichtiger Grund dafür ist das Klima in geschlossenen Räumen. Wer dieses richtig beeinflusst, kann die fiesen Viren ausbremsen.

Fieber senken: Was hilft?

Zunächst gilt: Nicht jedes Fieber muss sofort gesenkt werden – denn es ist im Kampf gegen Erreger ja oft sinnvoll. Oft reicht es, dem Körper Ruhe zu gönnen und ausreichend zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust durchs Schwitzen auszugleichen. Wasser, ungesüßte Tees oder Brühe sind optimal. 

Wenn das Fieber als sehr belastend empfunden wird oder Schmerzen auftreten, können fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen helfen. Sie sollten jedoch nach Packungsbeilage eingenommen werden. Alles, was kühlt, wie lauwarmes Abwaschen oder Wadenwickel bzw. Körperwickel, tut gut.

Wichtig ist: Steigt das Fieber über 39 Grad und hält das länger als zwei bis drei Tage an, oder verschlechtert sich der Allgemeinzustand deutlich, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Das gilt auch bei Unsicherheit oder zusätzlichen Beschwerden wie Atemnot oder starker Benommenheit. Vor allem bei Kindern oder Risikopatientinnen oder -patienten sollte man vorsichtig sein. Insbesondere bei Neugeborenen sollte bei Fieber ab 38 Grad frühzeitig ein Arzt oder eine Ärztin konsultiert werden.

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