Tragbarer Defibrillator auf einem Holztisch, zwischen zwei Händen.
Tragbarer Defibrillator auf einem Holztisch, zwischen zwei Händen.

Defibrillator bedienen: So einfach retten Sie im Notfall ein Leben

Plötzlich setzt das Herz aus – ein Defibrillator kann dann Leben retten. Doch viele zögern, aus Angst, etwas falsch zu machen. Dabei sind die Geräte inzwischen so modern, dass auch Laien Defibrillatoren bedienen können.

Qualitätssicherung: Philipp Grätzel von Grätz, Arzt und Medizinjournalist

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Das wichtigste in Kürze

  • Einsatz: Einen Defibrillator verwenden Sie, wenn die Person bewusstlos ist, nicht normal atmet und plötzlicher Herzstillstand vermutet wird. 

  • Was unmittellbar davor zu tun ist: Notruf 112 wählen, Herzdruckmassage beginnen und erst kurz vor Einsatz des Defibrillators unterbrechen. 

  • Jede Minute zählt: Ohne Hilfe sinkt die Überlebenschance minütlich deutlich; wenn Sie allein sind und der Defibrillator nicht unmittelbar erreichbar ist, hat ununterbrochene Herzdruckmassage immer Vorrang vor der Gerätesuche. 

  • Bei der Anwendung: Gerät einschalten, Brust freimachen, Elektroden entsprechend der Abbildungen aufkleben, Analyse abwarten, beim Schock zurücktreten und anschließend die Wiederbelebung im vom Gerät vorgegebenen Rhythmus fortsetzen. 

  • Nicht defibrillieren, wenn die Person bei Bewusstsein ist oder normal atmet.

Defibrillator: Wann sollte man ihn anwenden?

Ein Defibrillator kommt immer dann zum Einsatz, wenn diese drei Punkte zutreffen: 

  • Die Person ist bewusstlos. 

  • Sie atmet nicht normal (keine Atmung oder nur vereinzeltes Schnappen). 

  • Es besteht der Verdacht auf plötzlichen Herzstillstand. 

Dann gilt: Sofort handeln – am besten zu zweit. Einer wählt den Notruf 112 und holt den Defibrillator, die andere beginnt mit der Herzdruckmassage: 30x drücken, 2x beatmen usw. (mehr Infos: Wiederbelebung: Richtig Erste Hilfe leisten - hkk Magazin). So lange weitermachen, bis der Defibrillator da ist und angibt, dass man Herz-Lungen-Wiederbelebung unterbrechen soll. Jede Minute ohne Hilfe senkt die Überlebenschance deutlich. Wenn nur eine Person am Unfallort und der Defibrillator nicht in unmittelbarer Nähe ist, dann geht die Herzdruckmassage vor. Nicht den Defibrillator suchen und den Patienten allein lassen. Und ohnehin: Die Herzdruckmassage ist immer der erste Schritt, wenn jemand bewusstlos ist und nicht normal atmet. Der Defibrillator kommt zusätzlich zum Einsatz, sobald er da ist und das Gerät einen Schock empfiehlt.

Ein Defibrillator: Was ist das eigentlich?

Ein automatisierter externer Defibrillator (AED) ist ein tragbares Erste-Hilfe-Gerät, das bei plötzlichem Herzstillstand eingesetzt wird. AEDs hängen heute an vielen öffentlichen Orten: Bahnhöfen, Sporthallen oder Behörden. Die Abkürzung „AED“ und / oder ein grünes Hinweisschild mit Herz-Symbol weist den Weg zu dem Gerät, das wie ein Verbandskasten oder ein kleiner Werkzeugkoffer aussieht. 

Der Defibrillator kann zwei typische Ursachen für einen Kreislaufstillstand erkennen und entsprechend reagieren:

  • Kammerflimmern: Die Herzmuskelzellen werden vollkommen unkoordiniert und in hoher Frequenz elektrisch erregt, was im Ergebnis dazu führt, dass sie sich nicht mehr zusammenziehen können und das Herz quasi stillliegt. Der Defibrillator gibt einen kontrollierten Stromstoß ab, der so etwas wie ein Reset der elektrischen Erregung des Herzens ist und das Herz wieder in einen regelmäßigen Rhythmus bringt. 

  • Fehlende Herzaktion (Asystolie): Das Herz steht still, und es erfolgt auch keinerlei elektrische Erregung mehr. Dann hilft kein Stromstoß, sondern nur eine Herzdruckmassage. Der Defibrillator leitet über die Sprachfunktion an, die Wiederbelebung zu starten.

Defibrillator benutzen ist einfach – so geht’s

Keine Sorge: Sie müssen nichts „können“, um einen Defibrillator zu benutzen. Das Gerät sagt an, was zu tun ist. So läuft die Anwendung ab:

  1. Gerät einschalten
    Klappe öffnen oder Einschaltknopf drücken – der AED gibt über eine eingebaute Sprachfunktion an, welche Handgriffe in welcher Reihenfolge zu tun sind. Je nach Modell helfen auch ein kleiner Bildschirm oder aufgedruckte Zeichnungen. 

  2. Brust der Patientin / des Patienten freimachen
    Kleidung am Oberkörper öffnen, ggf. feuchte Haut abtrocknen. Idealerweise liegt der Patient dafür auf dem Rücken. 

  3. Elektroden aufkleben
    Die Bilder auf den postkartengroßen Pads – den sogenannten Elektroden - zeigen genau, wo sie hingehören.

  4. Analyse abwarten
    Niemand darf jetzt die Person berühren – der AED prüft den Herzrhythmus. 

  5. Schock, wenn nötig
    Der Defibrillator löst automatisch oder per Knopfdruck einen Schock aus und erinnert daran zurückzutreten. 

  6. Wiederbelebung fortsetzen
    Der AED gibt den Takt an. Nur unterbrechen, wenn es der Defibrillator sagt.

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Übrigens: Auch bei Kindern (Kindermodus verfügbar!), älteren Menschen, Schwangeren oder bei Herzschrittmachern darf ein AED angewendet werden.

Wann sollte man den Defibrillator nicht einsetzen?

Ein Defibrillator sollte nicht eingesetzt werden, wenn: 

  • die Person bei Bewusstsein ist 

  • sie normal atmet. 

In diesem Fall trösten und beruhigen Sie die Person, bis der Notarzt eintrifft, auch das ist eine wichtige Form der Ersten Hilfe. 

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