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Arbeitsalltag

Bewältigung von beruflichen Krisensituationen

Ob Friseurin oder Banker, das Damoklesschwert ,,Arbeitslosigkeit'' schwebt über allen. Oft kommt der Jobverlust völlig unerwartet und stellt das Leben der Betroffenen auf den Kopf. Selbstzweifel, finanzielle Einbußen und Perspektivlosigkeit sind von jetzt an ständige Begleiter. Die Kündigung kann gleichzeitig aber auch eine Chance sein.

Autor: zone35

Lesezeit: 4 Minuten / veröffentlicht:

,,Warum gerade ich?'' ist die erste Frage von Entlassenen. Du erlebst einen Gefühlscocktail aus Verzweiflung, Wut und Hilflosigkeit. Den vertrauten Berufsalltag gibt es nicht mehr. Auf einmal hat man viel Freizeit, aber wenig Geld, um sie zu nutzen. Wer jahrelang danach strebte, möglichst viel Geld zu verdienen und sich materielle Sicherheit aufzubauen, erlebt nun eine tiefe Sinnkrise. Jede Krise birgt aber auch Chancen. Nutze sie!

Einstellung ändern

Nach der Kündigung geraten viele in einen Strudel aus negativen Gedanken wie ,,Ich bin nichts wert'' oder ,,Ich bin zu alt, um noch einmal neu anzufangen''. Dabei ist es wichtig, sein eigenes Denken zu überprüfen. Statt sich durch Selbstzweifel zu zermürben, sollte man zielorientiert nach vorne schauen. Nimm Dir Zeit für Dich und komme zur Ruhe. Entspannungsübungen wie Yoga können dabei hilfreich sein. Besinne Dich auf Deine Wünsche und Fähigkeiten und rechne mit dem alten Job und dem bisherigen Leben ab. Mach am besten eine Liste: Was ist Dir wichtig, worin siehst Du den Sinn in Deinem Leben? Wo liegen Deine Stärken, wo Deine Schwächen? Was war gut an der bisherigen Zeit, was hast Du vermisst? Meist wird schnell klar: es war nicht alles Gold, was glänzte.

Hilfe annehmen

Hilfe anzunehmen fällt vielen schwer. Schließlich hat man Tag für Tag dafür gearbeitet, persönlich unabhängig zu sein. Doch den Weg zur Arbeitsagentur treten in Deutschland Millionen von Menschen an. Also kein Grund, sich zu schämen. Sieh diese Unterstützung als Starthilfe für Dein neues Leben. Es gibt auch zahlreiche Arbeitslosen-Initiativen, die Beratung anbieten. Sich Familie und Freunden anzuvertrauen, ist ebenso wichtig. Wer sich einigelt und nicht mehr am sozialen Leben teilnimmt, rutscht oft umso tiefer in die Krise. Knüpfe bewusst Kontakte zu Menschen, die einen ähnlichen Tagesablauf haben wie Sie. Pflege aber auch Deine vorhandenen Beziehungen, um Dich nicht selbst auszugrenzen. Suche Dir Aktivitäten jenseits der bezahlten Beschäftigung, am besten gemeinsam mit anderen. Es gibt auch kostengünstige Hobbies wie Joggen oder gesellige Kochabende. Ein Ehrenamt ist auch eine gute Möglichkeit, soziale Kontakte zu pflegen und eine sinnstiftende Beschäftigung auszuüben. Im Lebenslauf macht sich gemeinnütziges Engagement ebenfalls gut!

Aktiv bleiben

Eine selbstbestimmte Lebensgestaltung ist für Arbeitslose besonders wichtig, da ihnen der strukturierte Berufsalltag und die Möglichkeit, sich zu beweisen, fehlen. Eine Aktivitätenplanung in Form eines Wochenplans ist sinnvoll. Nur wer geistig, körperlich und emotional aktiv ist, bleibt gesund und selbstbewusst. Wer sich hingegen von der Arbeitslosigkeit treiben und von Misserfolgen demotivieren lässt, riskiert seelisch oder körperlich krank zu werden und verliert langfristig den Glauben an sich selbst. Besonders Langzeitarbeitslosigkeit kann schwere gesundheitliche Folgen haben.

Perspektiven erkennen

Wer ein aktives Leben führt, dem fällt es leichter, Chancen für sich zu nutzen. Denn er oder sie erlebt täglich, dass man jede Situation wesentlich selbst beeinflussen kann. Diese Erkenntnis hilft dabei, neue Perspektiven zu entdecken. Dabei ist es eine ganz persönliche Entscheidung, wie es nach der Kündigung weiter gehen soll. Manche wollen in ihrem bisherigen Bereich weiterarbeiten, andere entdecken neue Berufe für sich oder machen sich selbstständig. Wieder andere holen das Abitur nach oder nehmen sich eine bewusste Auszeit. Egal, welches Ziel Du verfolgst, behalte es fest im Blick. Der Schlüssel ist, seine Talente zu kennen und an sie zu glauben sowie zu akzeptieren, dass es Erfolg nicht ohne Misserfolg gibt.

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