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Ernährung

Haferflocken: Der gesunde Allrounder

Hafer ist eine robuste Getreideart und stellt nur geringe Ansprüche an den Boden. So wussten die Germanen und Kelten schon vor mehreren tausend Jahren ihn anzubauen. Warum ist Hafer wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung und welchen Nutzen bringt eigentlich eine Haferkur?

Autor: Jannik Deckers
Qualitätssicherung: Sonja Pannenbecker

Lesezeit: 2 / veröffentlicht:

Haferflocken galten lange als nicht interessante Zutat für die alltägliche Ernährung. Doch dieser Umstand hat sich in den letzten Jahren zusehends verändert. Mittlerweile wird Porridge hierzulande wieder gerne als Frühstücksmahlzeit zubereitet. Und im Zuge des sich steigernden Bewusstseins für allgemeines Tierwohl macht der Haferdrink der Kuhmilch in puncto Kaffeekultur gehörig Konkurrenz.

Eine Flocke, die es in sich hat

Doch wie ist das Revival zu erklären? Sonja Pannenbecker, Referentin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Bremen hat darauf eine Antwort: „Hafer – den meisten vermutlich bekannt als Haferflocken – enthalten Kalzium, Eisen und B-Vitamine sowie Vitamin E. Auch Ballaststoffe sind in Hafer enthalten, besonders die Beta-Glucane sind hier hervorzuheben. Haferflocken können gut in die tägliche Ernährung mit eingebaut werden – im Müsli oder Porridge, im Brot verbacken, im Grünkohl als Bindemittel.“ Die Liste ist lang.

Vielfältig und gesund

Es handelt sich also um ein äußerst vielfältig einsetzbares und vor allem gesundes Nahrungsmittel. Da der Hafer zu den Vollkornprodukten zählt, ist er reich an Ballaststoffen. Diese wirken sich bekanntlich positiv auf die Darmflora aus und senken das Darmkrebsrisiko. Das reichhaltig vorkommende Vitamin Biotin sorgt für gesundes Haar, feste Nägel und schöne Haut. Thiamin, ebenfalls in hohen Mengen im Hafer enthalten, fördert die Konzentration und ein starkes Nervensystem. Zu guter Letzt enthält Hafer mehr Fett und wertvollere Proteine als andere Getreidesorten.

Die Haferkur

Menschen, die Probleme mit Übergewicht, eine Fettstoffwechselstörung oder Diabetes mellitus Typ 2 haben, sollten sich die Haferkur genauer ansehen. Hafer ist nämlich reich an Kohlenhydraten und liefert somit viel Energie, hat aber einen vergleichsweise geringen glykämischen Index – das heißt: Nach dem Verzehr von Hafer steigt der Blutzuckerspiegel nur langsam an. Das liegt am Beta-Glucan. Dieser Ballaststoff wirkt regulierend auf den Blutzuckerspiegel sowie auf den Fettstoffwechsel. Deshalb kann Hafer ebenfalls die Cholesterinwerte senken. Darüber hinaus sorgt die Kur bei Diabetikern mit dem Typ 2 für eine erhöhte Insulinempfindlichkeit, wirkt also der Insulinresistenz entgegen. In diesem Rahmen sollte im Vorfeld einer Haferkur in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden.

So wird es gemacht

Wer eine Haferkur machen möchte, kann dies an drei aufeinander folgenden Tagen tun. Täglich werden jeweils 75g Haferflocken zum Frühstück, Mittag- und Abendessen verzehrt. Die Flocken können entweder mit Wasser oder fettfreier Bouillon kurz aufgekocht werden. Der Brei sorgt für das nötige Sättigungsgefühl, ohne viele Kalorien zu enthalten. Für den Geschmack sind Kräuter und Gewürze, pro Tag 50g Beeren oder 100g Gemüse erlaubt. Letztlich sollte darauf geachtet werden, während der Kur ausreichend kalorienfreie Flüssigkeit zu trinken. Als Maßstab gelten mindestens zwei Liter pro Tag. Die Haferkur kann regelmäßig in Abständen von vier bis acht Wochen wiederholt werden.

Zur Person

Sonja Pannenbecker ist Referentin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Bremen. Den regelmäßigen Verzehr von Haferflocken kann sie aufgrund der positiven Wirkung auf die Gesundheit sehr empfehlen.